Aussteuerversicherung

Die Aussteuer, die einer Braut von ihren Eltern mitgegeben wird als kleiner finanzieller Segen und Beitrag für eine Ehe, und damit auch die Aussteuerversicherung als solche wird heutzutage als ein etwas antiquiertes Institut unserer Großeltern belächelt. Im Orient wird ja sogar, wie man hört, auch heute noch der Preis der Bräute etwa in Kamelen oder sonstigem landwirtschaftlichem Getier ausgehandelt.

Klar, diese Aussteuer im traditionellen Sinne gibt es natürlich eigentlich so gut wie nicht mehr. Und logischer Weise auch nicht mehr die Aussteuerversicherung.

Das ist mir bekannt. Es gibt aber noch eine Ausbildung, die die Kinder vor sich haben, wichtiger ist als je zuvor, es gibt ein Studium, eine Lehre, und es gibt einen Bedarf für eine Erstausstattung nach einer Heirat. Daran hat sich bis heute faktisch nichts geändert. Es gibt jedenfalls einen gesteigerten Finanzbedarf, wenn das Kind volljährig wird. Dafür sollte man Geld zurücklegen können, und das auch absichern.

Angenommen, man hat eine fünfjährige Tochter und möchten für ihre Zukunft etwas Geld auf die Seite legen.

Das Kind wird nämlich im Alter zwischen 18 und 25 Jahren fast mit Sicherheit einen höheren Bedarf nach zurückgelegtem Geld haben.

Die Kinder brauchen Geld für Führerschein, Auto, für’s Studium, für einen Auslandsaufenthalt, sie wollen ein Haus bauen, sie brauchen eine Zusatzausbildung. Und wenn sie mal heiraten, dann kostet eine anständige Hochzeitfeier alleine locker mal mindestens 2.000 Euro, und das ist noch die ganz bescheidene Variante! Irgendwoher muss das Geld kommen, und das sollte einen jungen Haushalt eigentlich nicht als erstes als Klotz belasten.

Insoweit macht es auch und gerade heute noch durchaus Sinn, in einer speziellen Versicherung Geld für die Kiddies so früh wie möglich wegzulegen, das diesen später zufließt und diesen im Leben hilft, bzw. um den Zeitraum zwischen dem 18. Geburtstag und dem 25.ten.

Ganz besonders in Situationen, in denen die Eltern nicht verheiratet sind, kann man auch daran denken, im gegenseitigen Übereinkommen z.B. auch Teile des Unterhalts dazu anzulegen. Bei Eltern, die das Geld nicht in unnützen Kleinkriegen sowieso verpulvern.

Auch Grosseltern würden für solche sinnvollen Versicherungen zugunsten der Zukunftsvorsorge für ihre Enkelkinder sicherlich einige Beiträge gerne zuschiessen. Dabei muss aber sichergestellt werden, daß das sauer ein Leben lang angesparte und erarbeitete Geld einzig und alleine nur dem Enkelkind zufließt, und nicht etwa dem verhassten Schwiegersohn/-tochter (z.B.), und für Zigaretten, Huren, oder Drogen verprasst wird. Oder, fast noch schlimmer, in den gierigen unersättlichen Fängen von Gläubigern landet und weggepfändet wird wie z.B. von Darlehensbetrügern, unseriösen Geschäftspartnern, und anderen, die sich irgend wann einmal im Leben sämtliche Gelder des deutschen Mittelstands wegkrallen, die nur verfügbar sind. Häufig mit unseriösen bis hin zu kriminellen Methoden. Nicht zuletzt gehören auch dazu der Staat, die Gerichte, das Finanzamt, Versicherungsgesellschaften und Banken.

So bleiben die Großeltern lieber auf ihrem Geld sitzen, bis sie selbst tot sind. Und das kann heutzutage gerne noch ein paar Generationen länger dauern.

Theoretisch wäre das, was wir brauchen, leicht machbar durch eine Kombination aus Sparvertrag der auf das Kind läuft, sowie eventuell mit Sondervereinbarungen hinsichtlich des Auszahlungszeitpunktes. Vieleicht gehört dazu noch eine Option zur weiteren Kombination mit einer Kapitallebensversicherung, wenn der Zahlende stirbt, (mors certa, hora mortis incerta, – der Tod ist sicher, nicht aber die Stunde des Todes!), – das muss aber noch nicht einmal sein.

Sichergestellt werden müßte, daß in Krisensituationen in diese Beträge nicht hineingepfändet werden darf. Eventuelle Insolvenzen beider Eltern dürften auf keinen Fall das Geld des Kindes (Enkelkindes) gefährden. Sichergestellt werden muß, daß auch die gegenseitigen Interessen- und Gläubigergruppen nicht auf das zurückgelegte Geld zugreifen dürfen. Unter gar keinen Umständen. Ferner muss es Möglichkeiten geben, den Vertrag in Zeiten der Geldnot aussetzen zu können.

Seit geraumer Zeit nun durchforste ich den Wald der deutschen Versicherungen und Banken nach einem Produkt, das es eigentlich geben sollte, aber nicht gibt.

Insgesamt kann man da nur sagen: typisch für kontrollierte, unfreie Märkte ist, daß nicht der Markt und die Nachfrage bestimmt, welche Produkte angeboten werden, sondern die Versicherungsgesellschaften bestimmen, was dem Markt vorgeworfen wird, nach dem Motto „Vogel friß oder stirb.“

Wieder und wieder werde ich in überlegen- belehrendem-wissenden Ton darüber aufgeklärt, daß ich in Wirklichkeit nicht eine Ausbildungs-, Aussteuer- bzw. Heiratsversicherung für meine kleine fünfjährige Tochter suche, sondern eine Kapitallebensversicherung. Und da hätten wir, … und dann kommt das Vertretersprüchlein. Ich kann es nicht mehr hören, wirklich nicht.

Ein im Internet ausgehängter „Aussteuerversicherungsrechner“ stellte sich heraus als ein simpler Rechner für Kapitallebensversicherungen. Ich will keine Kapitallebensversicherung abschliessen.

Eine Kapitallebensversicherung spart Geld an für den Fall, daß ich vorzeitig versterbe. Dann wird ann meinen Erben bzw. dem Begünstigten in einer Summe oder in Form einer Geldrente ausgezahlt. Bei Fälligkeit wird eine gewisse Summe ausgezahlt, abzüglich der von der Versicherung abgedeckten Risikoanteile.

Ich möchte aber gerade nicht vorzeitig versterben. Außerdem kann dieser Depp, dem ich noch viel Geld schulde, das er mir in Wirklichkeit aber gestohlen hat, meiner kleinen Tochter die Kapitallebensversicherung einfach so wegpfänden. Gar kein Problem.

Kapiert? Kapiert, daß ich es kapiert habe?

Glaubt mir doch, bitte. Unabhängig von meinem eigenen Versterben möchte ich lediglich für mein Kind Geld so anlegen, daß es eines Tages darüber verfügen kann. Egal, ob ich bis dahin tot bin oder auch nicht.

Eine halbe Stunde lang habe ich einer Versicherungsvertreterin von der ***’schen erklärt, was ich suche, und was nicht.

Der Fall wurde dann intern wohl abgegeben. Und kurze Zeit später meldete sich eine andere Mitarbeiterin „wegen der Kapitallebensversicherung.“

ASSSLKTZXXRRGRRGGGGGGGTRRRRRRRRRRXXXXXXX. Was stellt der sich denn so an, wie unfreundlich, – warum hat der denn einfach so das Telefon aufgehängt? – DARUM!!!

Ja, ich weiss, der Begriff Aussteuer ist antiquiert, und deshalb haben die Torfköpfe von Versicherungsentwicklern einfach diese ganze, sehr sinnvolle Versicherung einfach nicht mehr angeboten. Das wurde dann einfach abgeschafft. Zu schwierig.

Wir kaufen uns lieber Bestandspöstchen anderer Versicherungen auf und bieten denselben alten Müll an wie immer.

Je weniger realistisch und sinnvoll die Versicherungen sind, desto lieber. Denn die Versicherungen bekommen dann Geld füs Nichtstun. Ein alter Menschheitstraum geht in Erfüllung. Für die verd… Versicherungen aber nur, nicht für die, die wirklich etwas versichert haben möchten!

Beitrag und Copyright Febr. 2010 von:

Anif Press Release

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