BREXIT für 350 Millionen Pfund in der Woche?

Die deutsche Presse verbreitet in geradezu stereotyper Weise nur die eine Information:

Nigel Farage und/ oder die BREXIT-Befürworter haben im Rahmen der Kampagne zum Austritt aus der EU England belogen und der englischen Bevölkerung falsche Zahlen angegeben. England hat wohl niemals 350 Millionen Pfund wöchentlich an die EU gezahlt. Diese gezielte Falschinformation hat möglicher Weise den BREXIT (mit) verursacht.

Bei einem Umrechnungskurs von 1,2 wären das wohl ca. 1,68 verpuffte Milliarden Euro im Monat, oder 20,6 Milliarden Euro im Jahr. Eine überwältigende Zahl, die vieles erklären würde. Nur scheint sie falsch zu sein.

Auf der Hand lägen dann aber zwei Fragen, die hier in Deutschland offenbar niemand zu stellen für notwendig hält:

1. Wie viel Geld hat denn England denn nun eigentlich wirklich im Rahmen des Gesundheitswesens an die EU überwiesen? Und was geschieht mit dem Geld genau?
2. Wie viel Geld zahlt eigentlich Deutschland an die EU für das Gesundheitswesen? Und wofür?

Und hier kämen wir gleich auch zum Hauptkritikpunkt des BREXIT:

Die Kassen der EU, die Einstellungsverfahren, die Vorgehensweisen der EU stellen eine der öffentlichen Kontrolle so gut wie vollkommen verschlossene und selbst für Profis nicht nachvollziebare Geheimniskrämerei dar. Das hat mit Demokratie herzlich wenig zu tun. Und das muß aufhören, sofort.

Ich müsste eigentlich irgendwo und irgendwie problemlos nachvollziehen können, wie viel Geld ganz genau aus deutschen Gesundheitsmitteln und auch aus dem Ausland an die EU abfließen.

Ähnliche Mißstände tuschelt man sich unter der Hand in einigen anderen Bereichen zu. So scheinen beispielsweise in der EU, zum Beispiel am EGMR oder am EuGH auftretenden Richter keineswegs in einem wirklich demokratischen Verfahren, an dem die Bevölkerung teilhat oder auch nur teilhaben kann, ernannt zu werden. Einige höchst unfähige Personen bekleiden deshalb meiner Einschätzung nach derzeit vollkommen zu Unrecht hohe und höchste europäische Posten und Pöstchen.

Mir wird insgesamt eines klar:

Wenn die EU nicht so langsam anfängt, an der eigenen Transparenz zu arbeiten und die Verfahren zu demokratisieren und besonders die Geldflüsse öffentlicher Kontrolle zugänglich zu machen, ähneln diese Strukturen der EU, so sinnvoll sie eigentlich auch sein mögen, eher einem europäischen Krebsgeschwulst. Das müsste in der Tat so schnell wie möglich wieder abgebaut werden, da haben die Engländer vollkommen Recht. Bei dieser Aufgabe hätte ich allerdings England viel lieber helfend an meiner Seite, was allerdings von Außen leider nicht mehr möglich sein wird.

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