Schwindelmaut

Oder Verkäufertricks: wie man dem deutschen Volk eine unpopuläre Autobahn-Maut richtig verkauft.

Eigenbericht API

Mit Mogelpackungen haben wir uns schon öfter auf diesem Blog beschäftigt. Eine Mautgebühr nur für Ausländer, und die Deutschen dürfen sich das bei der Steuer wieder erstatten lassen, was für ein hirnrissiger Quatsch. Ganz logisch, daß die europäischen Behörden das kassieren werden.

Aber, was passiert dann? Wenn man einmal einen Schritt weiter denkt, dann wird auf einmal klar, was die Bundesregierung (Verkehrsminister Dobrindt, Bundeskanzlerin Merkel) unserer Einschätzung nach in Wahrheit von vorne herein bereits vorgehabt hat und immer noch plant:

Wenn die EG nämlich die Maut einkassiert wegen klarer Diskriminierung von innereuropäischen EU-Ausländern ohne sachlichen Grund, dann wird die Autobahn-Maut nicht etwas ganz eingestampft werden, oh nein. Die bleibt dann nämlich bestehen, ganz einfach, dazu waren schon die ganzen Anlagen viel zu teuer. Aber, oh Wunder, wir brauchen ja eigentlich gar nichts weiter zu ändern, nur die versprochene steuerliche Gutschrift für die Autofahrer fällt halt weg, und das ganze Geld bleibt dann halt im Säckel des deutschen Staats. Was können wir denn dafür, die böse, böse, europäische EG-Kommission war das ja! Nun, für wie blöde sollen die Deutschen denn eigentlich noch verkauft werden?

Und so hat die deutsche Bundesregierung Deutschland wieder einmal etwas verkauft, was keiner wirklich haben wollte: In Wahrheit wurde da durch die Hintertüre klammheimlich eine neue, äußerst unpopuläre Maut für alle eingeführt, ohne daß ein einziger deutscher Autofahrer deswegen auf die Barrikaden gegangen wäre oder hätte gehen können. Wir sind oder besser waren schließlich alle nicht davon betroffen, wir dummen Deutschen. Das nennt man das Nachsehen haben, im wahrsten Sinn des Wortes.

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