Widerlicher Terroranschlag auf französisches Satiremagazin

Bei einem international und auch in islamischen Kreisen mit Ekel registrierten sinnlosen, heimtückischen Terroranschlag, angeblich nach eigenen Angaben der Terroristen durch Al-Kaida-Mitglieder, wurden heute, am 7. Januar 2015 in Paris bei dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ insgesamt zwölf Menschen ermordet.

Auf der langen Liste der Ermordeten steht der Mohammed-Karikaturist und Redaktionsleiter Charb bzw. mit vollem Namen Stéphane Charbonnier. Lieber im Stehen zu sterben als auf Knien zu leben war das Motto des nun auch so Ermordeten. Im Link unten wird ein Interview mit ihm wiedergegeben kurz vor seinem Tod.

Unter den Toten befinden sich der prominente französische Wirtschaftswissenschaftler und Journalist Bernard Maris, 68, Jean Cabut, 76, kurz Cabu, einer der bekanntesten französischen Kartoonisten, der 80-jährige Georges Wolinski, Mitglied der Ehrenlegion als der höchsten existierenden französischen Auszeichnung, und der 57-jährige Kartoonist Bernard Verlhac, 57 mit dem Künstlernamen Tignous, ein Mitglied der Künstlergruppe Cartoonists for Peace.

Auf die Redaktion waren in der Vergangenheit bereits zwei weitere Anschläge verübt worden.

Die Satiren des Magazins sind bissig und nicht nur auf den Islam bezogen. Erinnerlich ist beispielsweise die witzige Parodie auf den „Miss-Sack“ Wettbewerb Mohammeds, mit der natürlich nicht nur die Verschleierung der Frauen im Islam durch den Kakao gezogen wird, sondern auch die insgesamt ähnlich lächerlichen Miss-Wahlen. Auch Papst Bendikt XVI wurde dargestellt in inniger Umarmung mit einer Wache des Vatikans, der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy im Vampir-Look und ein Orthdoxer Jude, der einen Nazi-Soldaten küsst. Der Witz und die Pointe ergeben sich halt manchmal dadurch, daß Gegensätze zusammen gestellt werden, die eigentlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Wer so etwas ernst nimmt, hat ein Problem. Und, nicht zu vergessen, es war schon immer das Privileg des Hofnarren, den Finger in Wunden zu legen, an die sich sonst niemand traute. Nämlich deshalb, weil ihn niemand wirklich ernst nimmt, das gehört doch zum Spiel.

An solchen Attentaten erkennt man, daß die Freiheit der Meinungsäußerung und die Pressefreiheit Rechtsgüter sind, um die man nicht energisch genug kämpfen kann und auch soll. Es geht hier um mein und um unser aller freies Lachen! Wer lacht, kann sich für einen Moment über die Schwere des Alltags erheben. Lachen kann Fronten überbrücken und das Lachen erlaubt einem, mit etwas Abstand den manchmal viel zu engen Tunnelblick loszuwerden, mit dem man scheinbar unlösbare Probleme betrachtet. Ein Angriff auf das Lachen ist vielleicht eines der schlimmsten Attentate auf die Menschheit, die nur vorstellbar sind.

Die Zensur der Presse und damit die Beschneidung des Rechts des Menschen, sich seine Meinung frei und schrankenlos aus ebenso freien Quellen selbst auszutauschen und zu bilden, droht nicht nur seitens repressiver Staatsorgane, sondern auch ganz besonders durch repressive Terrorgruppen, da soll man sich keinen Illusionen hingeben.

Kritik und Kritikfähigkeit ist ein Zeichen von toleranten, demokratischen Systemen. Terror und Gewalt sind die Handhabe von Diktatoren und von repressiven Systemen. So etwas brauchen wir nicht!

Bedauerlicher Weise führen solche Attentate im Ergebnis wie immer dazu, daß repressive Gruppen im Staat viel mehr Macht und Befugnisse erlangen, als ihnen eigentlich zustehen sollte.

Hoffen wir nur, daß im Ergebnis diese repressiven Gruppen sich durch derartige Attentate viel wirkungsvoller ins Abseits der öffentlichen Sympathie schießen, als es irgendeine Terrorbekämpfung jemals hätte tun können.

Und noch etwas: Das Lachen selbst ist ein essentielles Menschenrecht. Ein System, das den eigenen Mitmenschen mittels brutaler Gewalt verbietet, auch mal herzlich zu lachen, vielleicht und gerade auch über sich selbst, das möchte im Ergebnis heutzutage doch ganz sicher letztendlich niemand mehr haben, egal, welche Religion man hat oder wie man politisch steht.

Ein für die Menschheit akzeptables politisches oder religiöses System muss über derartige Albernheiten erhaben sein, wie sich die Karikaturisten herausnehmen. Wir hoffen, daß „Charlie Hebdo“ dennoch oder jetzt erst recht fortgeführt werden wird.

Copyright im Januar 2015 – alle Rechte vorbehalten
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http://uk.businessinsider.com/stephane-charbonnier-interview-on-mohammad-cartoons-2015-1?r=US

https://de.nachrichten.yahoo.com/zw%C3%B6lf-tote-bei-anschlag-auf-islamkritisches-satiremagazin-in-paris-171455985.html

http://www.foxnews.com/world/2015/01/07/paris-terror-attack-charlie-hebdo-editor-stephane-charbonnier-pushed-free/

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