Weltmeisterschaften im Völkerrecht

Wenn es um Fussball geht, dann weiss jeder, wer das letzte Mal Weltmeister wurde. Aber wie steht es im Völkerrecht? Die wenigsten in Deutschland wissen überhaupt, daß es auch hier eine Weltmeisterschaft gibt. Ja, auch auf diesem Gebiet gibt es eine Weltmeisterschaft. Es handelt sich um die Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition *1), benannt nach einem ehemaligen Richter am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag. Jährlich liegen Studenten aus rund 700 juristischen Fakultäten und aus 90 Ländern aller Welt im Wettstreit um die beste Begründung eines juristischen Falles in einem fiktiven Gerichtsverfahren (Moot Court). Die Ursprünge dieser Idee stammen aus der amerikanischen Elite-Universität Harvard aus den 60er Jahren.

Umso erfreulicher ist es, zu sehen, daß Studenten der juristischen Fakultät der Universität Freiburg im Februar 2014 mit Unterstützung der Alumni Freiburg e.V. an dem Wettbewerb in Washington D.C./ USA teilnehmen konnten, nach einem guten zweiten Platz bei den deutschen Vorausscheidungen in Trier. *2)

Gewinner (Champion) des Wettbewerbs im Jahre 2014 wurde übrigens Australien, bzw. genauer Studierende an der Universität Queensland (Australien). Deutschland ist in der Geschichte der Weltmeisterschaften im Völkerrecht, seit 1968 international offen ausgetragen, bislang noch niemals als Champion zu verzeichnen *3).

Inhaltlich ging es bei der fiktiven Gerichtsverhandlung um spannende Rechtsfragen im Zusammenhang mit Ölbohrungen in internationalen Gewässern. Zu klären waren dabei aktuelle Fragen der Notwendigkeit und der Voraussetzungen einer Umweltverträglichkeitsprüfung, der Auswirkung auf seltene Fischarten und der Eigentumsverhältnisse an Funden im Meer wie z.B. an 500 Jahre alten Kulturgütern.

Was einen wundert: Warum gibt es eigentlich keine Fernsehübertragung dieser Wettbewerbe, wie im Fussball? Wenn man sich die z.T. stink-langweiligen fiktiven Fernseh-Gerichtsverfahren im deutschen Fernsehen betrachtet, so scheint es hier ja mindestens eine potentielle Zuschauerschaft zu geben. Und im Zweifel, sogar im Jahre 2014, würde mindestens ich die Weltmeisterschaften im Völkerrecht sogar den Weltmeisterschaften im Fussball vorziehen.

Copyright im September 2014 – alle Rechte vorbehalten
Anif Press Info
Kontakt

http://en.wikipedia.org/wiki/Philip_C._Jessup_International_Law_Moot_Court_Competition *1)
http://alumni-blog.uni-freiburg.de/archive/1432 *2)
http://en.wikipedia.org/wiki/Philip_C._Jessup_International_Law_Moot_Court_Competition#Country_.281963_to_2014.29 *3)

https://www.jura.uni-tuebingen.de/studium/mootcourt/jessup/Endbericht.pdf

Leave a Reply