Friedensnobelpreis für Europa

API Eigener Kommentar zur Verleihung des Friedensnobelpreises vom vergangenen Montag

Ob der aus dem kalten Krieg resultierende Frieden in Europa nur ein Zufall des Weltgeschehens war, oder dem Geschick der europäischen Politiker zu verdanken, bleibt fraglich.

Insbesondere mit Besorgnis wird beobachtet, wie sich die deutsche Außenpolitik zunehmend aktiv einzumischen beginnt in externe Sachverhalte, die bislang als tabu galten.

Mit besondere Besorgnis wird beobachtet der mehr oder widerstandslose Abbau des „Bürger in Uniform“ durch den damaligen Verteidigungsminister von Guttenberg.

Dieser kam dann aus ganz anderem Grunde, wegen einer abgekupferten Dissertation, in die Schlagzeilen und verlor sein Amt und den erschlichenen Doktortitel.

Seine Amtshandlungen bis dahin sind niemals verantwortlich überprüft und revidiert worden. Das zivile Verteidigungssystem der Deutschen Bundeswehr, Grundwehrdienst für alle, alternativer Zivildienst, gemischt mit Berufssoldatentum, das dadurch zwar einerseits behindert wurde (nach Auffassung der Militärs) – aber in Wirklichkeit auch kontrolliert, was eine der Standsäulen der deutschen Demokratie und des Rechtsstaats war, wurde ersetzt durch ein Söldnermilitär nach eigentlich längst überholtem Muster.

Derartiger Unfug ist keineswegs Fortschritt, sondern erheblicher und unverzeihlicher Rückschritt, der uns möglicher Weise eines Tages noch teuer zu stehen kommen wird. Man kann das eigentlich nur als unverantwortliches Spiel mit dem Feuer bezeichnen. Wir halten so etwas jedenfalls, aus der Sicht Deutschlands, nicht für eines Friedensnobelpreis für würdig, ganz im Gegenteil.

Naja, Krieg hat es hier seit dem 2. Weltkrieg keinen gegeben. Immerhin. Allerdings hatten wir besonders in Deutschland die schrecklichste atomaren Vernichtungsandrohungen, im Falle eines Krieges, die es jemals gegeben hatte.

Dies ging so weit, daß die französische „Verteidigung“ bei einem Überfall der ehemaligen Sowjetstaaten auf Westdeutschland weitgehend aus Plänen bestand, das NATO-Mitglied Deutschland selbst zu bombardieren! Ob das dem Frieden dienlich war, sei dahin gestellt. Ironischer Weise war es auch gerade die „Mauer“, die den Zustand stabilisierte.

Die Würfel darüber, wie es nun weitergeht, sind unserer Meinung nach noch längst nicht endgültig geworfen worden, bzw. sie rollen noch. Aber, wie auch in anderen Fällen, könnte die Verleihung des Nobel Preises auch ein guter Wunsch für eine zukünftige Richtung bedeuten, und sei als solcher willkommen.

Copyright im Dezember 2012
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http://www.derwesten.de/politik/nobelpreis-fuer-europa-ein-preis-gegen-die-krise-id7376559.html

English Summary

The article contains a critical review of the award of the recent Nobel peace price to the European Union.

Looking backwards, peace in Europe has rather been due to the past cold war situation and to the – insofar stabilizing – „wall.“ With concern new trends of German Government seem to lead into the wrong direction, namely undue involvements of German military in exterior armend conflicts and also the destabilsation of the German army by recreating a purely professional army, no more controlled by civil military duty service (Grundwehrdienst). These steps rather seem to put peace into jeopardy, in our opinion.

But, as has been the case in other cases, the peace nobel price rather seems to express and to constitute a good wish for a possible future direction. As such this may be welcome.

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