Mubarak verurteilt wegen Anordnung tödlicher Gewalt

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An diesem Freitag, 1. Juni 2012, wurden der ehemalige ägyptische Staatschef Mubarak und der ehemalige Innenminister Habib al-Adli von einem ägyptischen Strafgericht in Kairo verurteilt zu lebenslänglicher Haft.

Bestraft wird damit die Ermordung von rund 850 Menschen bei der gewaltsamen Niederschlagung der Aufstände im Februar dieses Jahres.

Freigesprochen wurden Mubaraks Söhne Alaa und Gamal, sowie sechs weitere als Mittäter Angeklagte.

Das Urteil führte zu Tumulten wegen der Freisprüche und auch deswegen, weil viele der Angehörigen der Opfer die Todesstrafe forderten.

Kommentar

Na, immerhin gab es eine Verurteilung. Man darf nicht vergessen, daß im Ergebnis es international sinnvoll ist, auch den Tätern einen Ausweg zu erlauben im Wege der freiwilligen Aufgabe des Despotentums, wie in Ägypten dies letztendlich der Fall war. Wenn nur noch die Todesstrafe zu erwarten ist, dann kämpfen die betroffenen Despoten auch bis aufs Letzte, was unvermeidlich zu weiterem Blutvergießen führt. Wichtiger ist es, daß die diktatorischen Positionen aufgegeben werden zugunsten von Demokratisierungsprozessen. Und dazu gehört ironischer Weise u.a. auch gerade die Abschaffung der nun geforderten Todesstrafe 🙂

Noch ist solch eine Verurteilung von Staatsführern, die ihre Stellungen mißbrauchen, international die Ausnahme und eine Besonderheit. Aber es wird insgesamt immer enger in dieser Welt für Diktatoren, Despoten und alle, die ihre offiziellen Pöstchen zum persönlichen Vorteil mißbrauchen.

Auch der internationalen Korruption dürfte damit ein Schlag verpasst worden sein. Ein unglaubliches Vermögen von insgesamt geschätzten bis zu 70 Milliarden US-Dollar soll die Familie Mubarak angehäuft haben und größtenteils ins (ägyptische) Ausland verbracht.

Mubarak ist lang auch von der „westlichen Welt“ unterstützt worden. Aber jedenfalls bei derartig dreisten, offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen verstehen die Völker so langsam keinen Spass mehr.

Jeder, der zuläßt, daß Menschenrechte verletzt werden, und sei dies auch nur durch Untätigkeit, muß damit rechnen, deswegen früher oder später zur Verantwortung gezogen zu werden.

Recht so.

Copyright im Juni 2012
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