Der blaue Himmel als Beleidigung

Wie man vom blauen Himmel zur Beleidigung/ Verleumdung/ üblen Nachrede kommt

Unsere liebe deutsche Zensur findet bisweilen zu Exzessen, die selbst im Mittelalter so manchem Großinquisitor die Freudentränen in die Augen getrieben hätten.

Immer wieder gerne verwendet findet man dabei folgende Masche, hier etwas zur Veranschaulichung übertrieben:

Irgendwo heißt es in einem Brief oder Schriftsatz z.B.:

„der Himmel ist blau“

Mit den Argusaugen des systematischen Zensors findet die Staatsanwaltschaft sodann, (besseres haben wir gerade sowieso nicht zu tun) daß das Wörtchen blau im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet wird, um zu beschreiben, daß man betrunken ist.

Der Himmel spannt sich über uns, wie die Tätigkeit des Leitenden Oberstaatsanwalt über der Staatsanwaltschaft.

Wenn der Leitende Oberstaatsanwalt nun zufällig wirklich etwas zur Trunksucht neigt, dann sind Sie tot – Sie haben nämlich gerade in Wirklichkeit behauptet, daß der Leitende Oberstaatsanwalt ein Trunkenbold sei.

Und das beweisen sie ihm erst einmal! Bzw. besser, beweisen Sie, daß Sie das so nicht gesagt oder angedeutet haben. Je mehr davon wirklich dran ist, umso unmöglicher.

Man sollte einmal versuchen, dafür (- oder dagegen!) einmal einen Zeugen finden, oder sonst ein Beweismittel.

Das ist nun eine Formalbeleidigung. Vollkommen aus der blauen Luft gegriffen, sozusagen.

Eine Verteidigung dagegen ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung absolut unmöglich.

Einen „durchgeknallten Staatsanwalt“ hat das Bundesverfassungsgericht zwar mal noch als Wahrnehmung berechtigter Interessen durchgehen lassen, das dauert aber fünf Jahre, bis Sie da Recht bekommen. Und „der Himmel ist blau“ ist ja auch viel schlimmer als nur „durchgeknallt.“!

Der Trick dabei ist immer derselbe: man versucht, irgend eine abwertende Auslegung des Gesagten zu finden, und unterstellt dies dann.

Also, schreiben Sie bitte bloss um Himmels willen niemals: der Himmel ist blau!

Wenn nämlich dann jemand so etwas behauptet, dann sind Sie in der Zwickmühle: entweder schweigen Sie zu solch einem Blödsinn, dann wird das Ihnen einfach weiterhin so unterstellt, wie oben ausgesprochen.

Wenn Sie aber empört sagen, das stimme doch gar nicht, dann kann der Richter an der Art, wie Sie das sagen, erkennen, daß Sie in Wirklichkeit einen Beleidigungsvorsatz hatten.

Sie könnten noch einen teuren Rechtsanwalt nehmen, und selbst schweigen, und den Rechtsanwalt das bestreiten lassen. Besonders pfiffige Staatsanwälte werden dann Ihren Rechtsanwalt als „Mittäter“ einer Beleidigung ebenfalls anklagen. Das ganz besonders, wenn Ihr Rechtsanwalt auf Menschenrechte spezialisiert ist.

Wie gesagt, Sie sind auf jeden Fall tot.

Ach warten Sie einmal, wir hätten da noch eine gemeinnützige Organisation, gar nicht weit von hier. Zur Unterstützung hilfebedürftiger verurteilter Verbrecher, oder Drogenabhängiger, die resozialisiert werden sollen, und/ oder Strafgefangener, oder der heilen und gesunden deutschen Familie. Den Vorsitz hat ein renommierter Richter und / oder Professor der Jurisprudenz.

Wenn Sie bereit wären, dahin etwas zu spenden, dann können wir uns nochmal über Ihren Fall unterhalten. Vielleicht können wir das ja dann doch einstellen, zahlen müssen Sie natürlich auch dann, auf jeden Fall, viel Geld, – was schreiben Sie auch so etwas Unverschämtes wie die Behauptung als Tatsache, daß der Himmel (mal wieder) blau sei …

Beitrag und Copyright im Oktober 2011 von:

Anif Press Info

Kontakt per Email an: Rechtsanwalt@anif.de

Linksammlung

Bundesverfassungsgericht vom 26.07.2013

http://rechtsanwalt-andreas-fischer.de/2013/08/12/bverfg-zum-rassismus-in-deutschen-behorden/

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