Völkerpsychologie – neu entdeckt?

Wir reden hier von einer gesamten Wissenschaft, die fehlt! – Diese kleine Abhandlung soll lediglich den ersten Anstoss dazu geben, diese Fährte wieder aufzunehmen.

Wenn es sie nicht schon gäbe, müßte man sie erfinden. – Google sei Dank:

http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerpsychologie

Es gibt es sie schon, die Völkerpsychologie, aber sie führt – zu Unrecht – ein kaum beachtetes Dasein.

Wieder und wieder drängen sich in den Beiträgen die Parallelen auf: Denial und rejection – Das Phänomen des Abstreitens von (erwiesenen und eigentlich unbestreitbaren) Tatsachen und der darauf beruhenden Zurückweisung der Kritik und die darauf beruhende Verhinderung von Heilungs- und Besserungsvorgängen – ist bei der menschlichen Geisteskrankheit ansatzweise erkannt und erforscht, im Bereich der Psychologie des Völkerrechts jedoch vollkommen unbekannt und unerforscht.

Wenn man die Parallele zieht bei einem Staat, der unter einem Diktator (einschließlich von „Scheindemokratien“ wie z.B. die sogenannte ehemalige DDR) gelitten hatte, und dann durch das Volk befreit wurde, und einem z.B. in der Kindheit mißbrauchten Menschen, so muß man erkennen, daß es auch dort vergleichbare zwingende Entwicklungen gibt, deren Mechanismen eigentlich auf der Hand liegen. Sie sind lediglich systematisch wahrzunehmen, zu beobachten, zu erfassen, und mit diesem Material könnte man ausgezeichnet arbeiten.

Die deutsche neuere Geschichte selbst wäre ein ausgezeichnetes Beispiel, denn durch die inzwischen im Wesentlichen vollkommene Aufdeckung und Zugänglichkeit von so gut wie allen relevanten Vorgängen und Entwicklungen in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs kann man positive und negative Mechanismen wunderbar verfolgen.

Und beim international zu beobachtenden „Umkippen“ ganzer totalitärer Strukturen haben wir ein ausgezeichnetes Spielfeld der zu beobachtenden und zu untersuchenden Parallelen. Dies reicht so weit, daß man vermutlich bereits jetzt z.B. für Libyen exakte Vorhersagen über die späteren Entwicklungen treffen können müsste und sollte, und natürlich dann auch Empfehlungen und Tipps, wie Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und vermieden werden können.

So ist z.B. das schädliche „Schweigen“ einer ganzen Nachkriegsgeneration (mit der Folge, daß Begriffe wie Lidice der Nachfolgegeneration in Deutschland noch nicht einmal bekannt sind, ganz im Gegensatz zu der Nachkriegsgeneration in unseren Nachbarländern, vgl. dazu einen weiteren Beitrag!) durchaus vergleichbar mit dem Schweigen des verurteilten Straftäters, und der Weigerung, sein Fehlverhalten psychologisch aufzuarbeiten.

Einer ganzen Nachfolgegeneration wurde einfach verboten, über die Vorkommnisse im Dritten Reich zu reden. Und jetzt, jetzt kommt das Argument, man könne es nicht mehr hören (dieses Argument wurde übrigens von 1945 bis 2000 übrigens auch schon immer von der alten Kriegsgeneration selbst gerne und häufig jederzeit benutzt, um diesbezügliche Diskussionen zu unterdrücken).

Wenn heute die ganz Alten noch, kurz vor ihrem Tod, mit „Geständnissen“ ankommen, mit Memoiren, Lebensbeichten, dann stellt das eigentlich erst den ersten wirklichen Schritt zu einer Aufarbeiten der entsetzlichen Vorgänge im Dritten Reich dar.

Verdeckungsmechanismen, abgeleitet aus Regeln aus dem alten Regime, und Aufdeckungsmechanismen, im Wesentlichen getrieben durch neuere demokratische Entwicklungen, halten sich in etwa die Waage. Interessant und spannend ist es, diese Mechanismen zu verfolgen, zu kategorisieren und als solche dadurch zu entlarven.

30, bzw. 50 Jahre nach den Ereignissen wurden die gesperrten Archive im Wesentlichen freigegeben. Und vieles wird immer noch verdeckt. Datenschutz für Täter, Datenschutz für Täter, Datenschutz für Täter, das geht dem System schließlich über alles in der Welt!

Und man muß feststellen, daß jetzt besonders, auch auf universitärer Ebene, durchaus immer noch Versuche unternommen werden, die deutsche Geschichte zu verschönern, zu verändern und zu verfälschen.

Nur, diesmal sind wir euch dicht auf der Spur!

Beitrag und Copyright im Mai 2011 von:

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