Goslarer Rat enthebt Gleichstellungsbeauftragte ihres Amtes

„Non, les braves gens n’aiment pas que, l’on suive une autre route qu’eux.“ – Die redlichen Leute mögen es überhaupt nicht, wenn man andere Wege geht, als sie selbst. (Georges Brassens)

Die Fraktion der Linken (!) in Goslar stellte den Antrag auf Abberufung der Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling (SPD). 25 Ratsmitglieder waren dafür, zehn dagegen, drei Enthaltungen, so ging die Abstimmung aus am vergangenen Dienstag. Das war’s fürs erste.

Wer’s Maul nicht hält, wird kalt gestellt!

Kommentar

… linke Kommunalpolitik aus Goslar, weil die Gleichstellungsbeauftragte für Gleichstellung ist?

Ideen und Gedanken kann man glücklicher Weise nicht des Amtes entheben.

Und die sind nun mal bereits in der Welt, mit oder ohne Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftragte von Goslar.

Vollkommen egal, ob mit oder ohne Amt. Wir legen auf Inhalte Wert, und nicht auf Titel.

Warum wurde Monika Ebeling des Amts enthoben?

Zu „väterfreundlich“? Aussschließlich männerfreundlich? Zu kontrovers, zu unbequem? Halt ein Störfaktor? Nicht konform genug mit den straffen linken Feministinnengruppen? In der „Geschlechterdemokratie“ nicht arbeitsfähig? Setzt sich nicht genug für Frauen ein, die in der Gesellschaft benachteiligt werden? Nicht zuletzt, darf bei solchen Kampagnen nie fehlen, dieses Argument: die Nazis waren es gewesen, mit denen sie zusammenarbeitete, und, noch viel schlimmer, ein Link gar auf eine Seite der Väterbewegung auf der hochoffiziellen Seiten der Stadt … so rauscht es durch den deutschen Blätterwald… Von allem ein bisschen.

– Eins steht fest:

Jeder Menschenrechtsbewegung wurden schon immer von offizieller Seite her Steine in den Weg geworfen, sonst verlöre sie ja ihre Existenzberechtigung. Und dies ist ein ganz erheblicher Knüppel, ja, geradezu eine Kriegserklärung, was da aus Goslar kommt.

Interessant ist auch, daß sich die Fronten zwischen Links und Rechts zu vermischen beginnen. Dieser Antrag der Linken wäre eigentlich etwas, was man viel eher von Seiten der CDU-Fraktion erwartet hätte. Ironischer Weise war der Standpunkt der Gleichstellungsbeauftragten insgesamt wohl eher ein durchaus konservativer.

Verdorben hatte die Gleichstellungsbeauftragte es sich dann aber offenbar primär mit der Ebene der einseitig nur auf die Wahrnehmung von Frauenrechten nach altem Muster orientierten, „alten“, linken Frauenorganisationen und mit deren Fürsprechern. Und das, was früher einmal die „Gegenseite“ war, hat dann das Bauernopfer begeistert angenommen. Das ist, unabhängig von den Sachfragen, im Moment zumindest politisch wohl möglicherweise als Fehler zu bewerten. – Das Volk kann es nun einmal nicht leiden, wenn ihm und seinen Sprechern der Mund verboten wird. Und Monika Ebeling hatte nur das ausgesprochen, was sich beim einfachen Volk schon längst in Gärung befindet.

Gleichstellungsbeauftragte haben den Mund zu halten, nichts zu tun und möglichst „toter Hund“ zu spielen. Das sind die Spielregeln. Jemand, der aktiv denkt und Positionen bezieht, möglicherweise sogar unbequeme, ist nicht erwünscht.

Nun, ich hoffe und wünsche, daß die Bürger von Goslar dies bei den nächsten Gemeinderatswahlen entsprechend honorieren werden, so wie wir das hier in Baden-Württemberg mit der CDU/FDP-Regierung, nachdem sie taub geworden war für jegliche Innovation, auch gerade getan haben. Vieleicht sehen wir Monika Ebeling ja demnächst im Gemeinderat wieder, oder auf höherer politischer Ebene.

Für wen soll man aber bloß noch stimmen? Nun, vielleicht empfiehlt es sich, einmal mit den zehn Gemeinderatsmitgliedern zu sprechen, die dagegen gestimmt haben!

Diskriminierung und unfaires Verhalten schafft häufig Kräfte, von denen man selbst noch nichts gewußt hatte. Das ist das Geniale an der Demokratie, bleiben wir dran! Jetzt erst recht!

Und wenn wir mit einem französischem Zitat begonnen haben, so soll dies auch mit einem Zitat – aus französischen Gewerkschaftskreisen, enden:

„la lutte continue“ – Der Streik geht weiter!

Beitrag und Copyright im Mai 2011 von:

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