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20.5.2011

Lidice und die deutsche Vergangenheitsbewältigung durch Schweigen

Abgelegt unter: Blogroll — admin @ 13:14

Dazu eine kleine eigene Geschichte:

Bei einer großen deutsch-französischen Jugendfreizeit in Frankreich um das Jahr 1979 herum wurden rund 150 deutsche und französische Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren nach dem Namen Lidice gefragt.

Nicht eines der deutschen Kinder kannte auch nur den Namen, geschweige denn wusste, was dort passiert war. Aber, ohne Ausnahme, war Lidice in allen Einzelheiten allen französischen Jugendlichen bekannt!

Soweit zum Thema deutsche Vergangenheitsbewältigung. Denial and Rejection. Verschweigen und Zurückweisung aller Verantwortung.

Und diese Generation der Verdränger von Unrecht soll heute über Naziverbrecher Recht sprechen! Siehe dazu den Beitrag über Verurteilung und anschließende Freilassung des Kriegsverbrechers Demjanjuk im Jahre 2011.

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Völkerpsychologie - neu entdeckt?

Abgelegt unter: Blogroll — admin @ 10:24

Wir reden hier von einer gesamten Wissenschaft, die fehlt! - Diese kleine Abhandlung soll lediglich den ersten Anstoss dazu geben, diese Fährte wieder aufzunehmen.

Wenn es sie nicht schon gäbe, müßte man sie erfinden. - Google sei Dank:

http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerpsychologie

Es gibt es sie schon, die Völkerpsychologie, aber sie führt - zu Unrecht - ein kaum beachtetes Dasein.

Wieder und wieder drängen sich in den Beiträgen die Parallelen auf: Denial und rejection - Das Phänomen des Abstreitens von (erwiesenen und eigentlich unbestreitbaren) Tatsachen und der darauf beruhenden Zurückweisung der Kritik und die darauf beruhende Verhinderung von Heilungs- und Besserungsvorgängen - ist bei der menschlichen Geisteskrankheit ansatzweise erkannt und erforscht, im Bereich der Psychologie des Völkerrechts jedoch vollkommen unbekannt und unerforscht.

Wenn man die Parallele zieht bei einem Staat, der unter einem Diktator (einschließlich von “Scheindemokratien” wie z.B. die sogenannte ehemalige DDR) gelitten hatte, und dann durch das Volk befreit wurde, und einem z.B. in der Kindheit mißbrauchten Menschen, so muß man erkennen, daß es auch dort vergleichbare zwingende Entwicklungen gibt, deren Mechanismen eigentlich auf der Hand liegen. Sie sind lediglich systematisch wahrzunehmen, zu beobachten, zu erfassen, und mit diesem Material könnte man ausgezeichnet arbeiten.

Die deutsche neuere Geschichte selbst wäre ein ausgezeichnetes Beispiel, denn durch die inzwischen im Wesentlichen vollkommene Aufdeckung und Zugänglichkeit von so gut wie allen relevanten Vorgängen und Entwicklungen in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs kann man positive und negative Mechanismen wunderbar verfolgen.

Und beim international zu beobachtenden “Umkippen” ganzer totalitärer Strukturen haben wir ein ausgezeichnetes Spielfeld der zu beobachtenden und zu untersuchenden Parallelen. Dies reicht so weit, daß man vermutlich bereits jetzt z.B. für Libyen exakte Vorhersagen über die späteren Entwicklungen treffen können müsste und sollte, und natürlich dann auch Empfehlungen und Tipps, wie Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und vermieden werden können.

So ist z.B. das schädliche “Schweigen” einer ganzen Nachkriegsgeneration (mit der Folge, daß Begriffe wie Lidice der Nachfolgegeneration in Deutschland noch nicht einmal bekannt sind, ganz im Gegensatz zu der Nachkriegsgeneration in unseren Nachbarländern, vgl. dazu einen weiteren Beitrag!) durchaus vergleichbar mit dem Schweigen des verurteilten Straftäters, und der Weigerung, sein Fehlverhalten psychologisch aufzuarbeiten.

Einer ganzen Nachfolgegeneration wurde einfach verboten, über die Vorkommnisse im Dritten Reich zu reden. Und jetzt, jetzt kommt das Argument, man könne es nicht mehr hören (dieses Argument wurde übrigens von 1945 bis 2000 übrigens auch schon immer von der alten Kriegsgeneration selbst gerne und häufig jederzeit benutzt, um diesbezügliche Diskussionen zu unterdrücken).

Wenn heute die ganz Alten noch, kurz vor ihrem Tod, mit “Geständnissen” ankommen, mit Memoiren, Lebensbeichten, dann stellt das eigentlich erst den ersten wirklichen Schritt zu einer Aufarbeiten der entsetzlichen Vorgänge im Dritten Reich dar.

Verdeckungsmechanismen, abgeleitet aus Regeln aus dem alten Regime, und Aufdeckungsmechanismen, im Wesentlichen getrieben durch neuere demokratische Entwicklungen, halten sich in etwa die Waage. Interessant und spannend ist es, diese Mechanismen zu verfolgen, zu kategorisieren und als solche dadurch zu entlarven.

30, bzw. 50 Jahre nach den Ereignissen wurden die gesperrten Archive im Wesentlichen freigegeben. Und vieles wird immer noch verdeckt. Datenschutz für Täter, Datenschutz für Täter, Datenschutz für Täter, das geht dem System schließlich über alles in der Welt!

Und man muß feststellen, daß jetzt besonders, auch auf universitärer Ebene, durchaus immer noch Versuche unternommen werden, die deutsche Geschichte zu verschönern, zu verändern und zu verfälschen.

Nur, diesmal sind wir euch dicht auf der Spur!

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Goslarer Rat enthebt Gleichstellungsbeauftragte ihres Amtes

Abgelegt unter: Blogroll — admin @ 08:10

“Non, les braves gens n’aiment pas que, l’on suive une autre route qu’eux.” - Die redlichen Leute mögen es überhaupt nicht, wenn man andere Wege geht, als sie selbst. (Georges Brassens)

Die Fraktion der Linken (!) in Goslar stellte den Antrag auf Abberufung der Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling (SPD). 25 Ratsmitglieder waren dafür, zehn dagegen, drei Enthaltungen, so ging die Abstimmung aus am vergangenen Dienstag. Das war’s fürs erste.

Wer’s Maul nicht hält, wird kalt gestellt!

Kommentar

… linke Kommunalpolitik aus Goslar, weil die Gleichstellungsbeauftragte für Gleichstellung ist?

Ideen und Gedanken kann man glücklicher Weise nicht des Amtes entheben.

Und die sind nun mal bereits in der Welt, mit oder ohne Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftragte von Goslar.

Vollkommen egal, ob mit oder ohne Amt. Wir legen auf Inhalte Wert, und nicht auf Titel.

Warum wurde Monika Ebeling des Amts enthoben?

Zu “väterfreundlich”? Aussschließlich männerfreundlich? Zu kontrovers, zu unbequem? Halt ein Störfaktor? Nicht konform genug mit den straffen linken Feministinnengruppen? In der “Geschlechterdemokratie” nicht arbeitsfähig? Setzt sich nicht genug für Frauen ein, die in der Gesellschaft benachteiligt werden? Nicht zuletzt, darf bei solchen Kampagnen nie fehlen, dieses Argument: die Nazis waren es gewesen, mit denen sie zusammenarbeitete, und, noch viel schlimmer, ein Link gar auf eine Seite der Väterbewegung auf der hochoffiziellen Seiten der Stadt … so rauscht es durch den deutschen Blätterwald… Von allem ein bisschen.

- Eins steht fest:

Jeder Menschenrechtsbewegung wurden schon immer von offizieller Seite her Steine in den Weg geworfen, sonst verlöre sie ja ihre Existenzberechtigung. Und dies ist ein ganz erheblicher Knüppel, ja, geradezu eine Kriegserklärung, was da aus Goslar kommt.

Interessant ist auch, daß sich die Fronten zwischen Links und Rechts zu vermischen beginnen. Dieser Antrag der Linken wäre eigentlich etwas, was man viel eher von Seiten der CDU-Fraktion erwartet hätte. Ironischer Weise war der Standpunkt der Gleichstellungsbeauftragten insgesamt wohl eher ein durchaus konservativer.

Verdorben hatte die Gleichstellungsbeauftragte es sich dann aber offenbar primär mit der Ebene der einseitig nur auf die Wahrnehmung von Frauenrechten nach altem Muster orientierten, “alten”, linken Frauenorganisationen und mit deren Fürsprechern. Und das, was früher einmal die “Gegenseite” war, hat dann das Bauernopfer begeistert angenommen. Das ist, unabhängig von den Sachfragen, im Moment zumindest politisch wohl möglicherweise als Fehler zu bewerten. - Das Volk kann es nun einmal nicht leiden, wenn ihm und seinen Sprechern der Mund verboten wird. Und Monika Ebeling hatte nur das ausgesprochen, was sich beim einfachen Volk schon längst in Gärung befindet.

Gleichstellungsbeauftragte haben den Mund zu halten, nichts zu tun und möglichst “toter Hund” zu spielen. Das sind die Spielregeln. Jemand, der aktiv denkt und Positionen bezieht, möglicherweise sogar unbequeme, ist nicht erwünscht.

Nun, ich hoffe und wünsche, daß die Bürger von Goslar dies bei den nächsten Gemeinderatswahlen entsprechend honorieren werden, so wie wir das hier in Baden-Württemberg mit der CDU/FDP-Regierung, nachdem sie taub geworden war für jegliche Innovation, auch gerade getan haben. Vieleicht sehen wir Monika Ebeling ja demnächst im Gemeinderat wieder, oder auf höherer politischer Ebene.

Für wen soll man aber bloß noch stimmen? Nun, vielleicht empfiehlt es sich, einmal mit den zehn Gemeinderatsmitgliedern zu sprechen, die dagegen gestimmt haben!

Diskriminierung und unfaires Verhalten schafft häufig Kräfte, von denen man selbst noch nichts gewußt hatte. Das ist das Geniale an der Demokratie, bleiben wir dran! Jetzt erst recht!

Und wenn wir mit einem französischem Zitat begonnen haben, so soll dies auch mit einem Zitat - aus französischen Gewerkschaftskreisen, enden:

“la lutte continue” - Der Streik geht weiter!

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