Wie man als „sachverständiger Zeuge“ ganz legal falsche Angaben machen kann

Wie immer, haben wir auch hier selbstverständlich, der Anschauung wegen, einen rein fiktiven Beispielsfall. Der hier erwähnte Zeuge könnten natürlich eigentlich auch ein Sachverständiger sein, oder ein Richter, oder natürlich auch eine Richterin, oder, gerne auch, ein Polizist, bei einer Zeugenvernehmung zur Frage des Kindesentzugs. Statt einer mündlichen Aussage sehr empfehlenswert ist ähnliches Vorgehen bei Protokollierungen aller Art dieser Vorgänge.

Wer sich selbst in der Beschreibung erkennt, ist selber schuld!

Nehmen wir einmal an, wie hätten einen Streit über den Umgang, oder einen Fall, bei dem es über die Frage der elterlichen Sorge ginge.

Ein/e „sachverständige/r Zeug/e/in“ unterhält sich vorher mit den Kindern. Das Ergebnis seiner „Unterhaltung“ teilt er/sie dann, geladen als Zeuge in der Verhandlung mit wie folgt:

Die Kinder haben eindeutig und klipp und klar gesagt, sie wollen nicht zu dem einen Elternteil (z.B. zum Vater).

Glücklicherweise wurde dem Prozessvertreter der Gegenseite der wahre Inhalt der Unterhaltung vorher zugespielt:

Der „sachverständige Zeuge“ war nämlich hingegangen, hatte die Kinder dahingehend vorher instruiert, daß es „nach Ansicht des Jugendamts“ überhaupt nicht in Frage käme, daß die Kinder zu dem betreffenden Elternteil (z.B. zum Vater) kämen. Sodann stellte er die Kinder vor die Wahl, entweder ins Heim zu kommen, bzw. zu Pflegeeltern, oder zu dem anderen Elternteil (z.B. zur Mutter). Die daraufhin mit einiger Sicherheit getroffene „Entscheidung“ der Kinder möge der Leser doch bitte durch dreimaliges Raten nunmehr selbst ermitteln.

Das Ergebnis dieser „Unterhaltung“ teilte der falsche „Zeuge“ dann dem Gericht mit. Nämlich, daß die Kinder sich „eindeutig und klipp und klar“ für den anderen Elternteil (z.B. für die Mutter) entschieden hätten, ohne auch nur dabei rot zu werden!

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