Aussetzung der Wehrpflicht ein Schlag gegen den Rechtsstaat?

Kommentar

Es erstaunt, daß es bei unserem ach so kritischen und aufmerksamen deutschen Volk so gut wie kein einziges hartes Wort gegeben hat zu der unglaublichen, undemokratischen Maßnahme, den die schwarz-gelbe Koalition uns hier ganz schamlos vor aller Augen anbietet.

Nicht eine einzige Demonstration, kein einziges hartes Wort im deutschen Blätterwald, einfach Schweigen im Walde.

Nun, hier soll es einmal ausgesprochen werden: Das geht ja überhaupt nicht! Wieder einmal geht hier ein dickes Glas Eingemachtes an der deutschen Demokratie drauf, an der Frau Merkel noch einmal vollkommen ungeniert nascht!

Das hier kann nur als ein weiterer Schritt in Richtung auf die Abschaffung unseres freiheitlichen Rechtsstaats verstanden werden! Und zwar ohne zwingende Notwendigkeit, und ohne daß irgendwelche besonderen Sachzwänge bestünden!

Wehret den Anfängen. Oder bald werden die Apparatschkis uns wieder genau vorschreiben, was wir zu denken haben, schlimmer als je zuvor.

In einer Zeit, in der im nicht allzu fernen Russland und anderswo in der Welt keineswegs die Rede von freier Meinungsäusserung oder Demokratie sein kann, in der Menschenrechtler noch anonym hingerichtet werden, und einflussreiche Spitzenkräfte der Wirtschaft durch korrupte Richter mit langjährigen Haftstrafen einfach weggeschlossen werden, sind wir noch weit davon entfernt, annehmen zu dürfen, daß wir unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft nicht doch irgendwann mit der Waffe verteidigen müssen.

Der/die sogenannte „Bürger/in in Uniform“ war und ist etwas, das es dem ganzen deutschen Volk erlaubte, sich mit dem gerne etwas isolierten Militär identifizieren zu können. Auch wenn die „Profis“, die deutschen Zeitsoldaten normaler Weise schon bisher kraft Dienstgrads formal den Wehrpflichtigen vorgesetzt waren, so war die echte, wahre demokratische Kontrolle die der Wehrpflichtigen über die Berufsarmee! So wurde eine Kaderbildung mit allzu radikalen Einstellungen verhindert bzw. durch die dauernde Präsenz von Vertretern des deutschen Volks in der Armee im Keime erstickt.

Demokratisches Vorbild ist z.B. die Schweiz, einer der wenigen Staaten dieser Welt, der bis heute neutral geblieben ist und sich nicht hat in Kriege verwickeln lassen. Auch die USA haben im wesentlichen eine Berufsarmee, unterstützt und gespeist durch Freiwillige. Aber man hat z.B. am Vietnamkrieg gesehen, daß effektiver Widerstand gegen Krieg sich erst bildete, nachdem dem Volk gezeigt wurde, wie ihre Kinder hingeschlachtet wurden.

Der Bürger in Uniform ist insbesondere etwas, das die deutsche Armee von den bezahlten Söldnertruppen des dritten Reichs unterscheidet, und was ein ganz besonderes Verständnis unserer speziellen Situation erforderte.

Wenn hier oder wo anders mit Beteiligung von deutschen Soldaten Krieg geschieht, dann müssen wir uns alle damit identifizieren, oder auch nicht. Wenn Menschen dabei sterben, dann hat sich Frau Merkel gegenüber jeder einzelnen Mutter zu rechtfertigen dafür! Das ist ein demokratischer Vorgang, das ist Kontrolle.

Die Ersetzung dieser Volksverantwortung in Gestalt des Bürgers in Uniform durch eine nur auf Befehl und Gehorsam getrimmte professionelle Armee entmachtet das deutsche Volk und nimmt uns auch diese demokratische Kontrolle.

Diese Maßnahme wird es aber der Exekutive erlauben, in Zukunft noch mehr unkontrolliert im Dreck zu wühlen, als sie es sowieso schon tut. Dies ist keineswegs wünschenswert, und muß auf der Stelle wieder rückgängig gemacht werden.

Wollen wir diesen Aufsatz beenden mit einem Zitat von Biermann:

August der Schäfer hat Wölfe gehört, Wölfe, zwar nur zwei, mitten im Mai, aber August, der schwört,
die hätten zusammen das Fraßlied geheult, und er schreit, und sein Hut ist verbeult …

noch mal: wehret den Anfängen!

Beitrag und Copyright Jan. 2011 von:

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2 Kommentare zu Aussetzung der Wehrpflicht ein Schlag gegen den Rechtsstaat?

  1. admin sagt:

    Kommentar dazu:

    Andere Ansichten sind auf diesem Blog, der der Demokratie und der freien Meinungsäußerung verschrieben ist, durchaus willkommen.

    Nur nebenbei vermerkt:

    Der Verfasser des Artikels hat „gedient“, Und er hat auch die Wölfe heulen gehört! Er war ein – zugegebener Massen nicht sehr glücklicher (!) – „Bürger in Uniform“.

    Es liegt mir fern, mit dem Artikel Berufssoldaten „beschimpfen“ zu wollen. Der Begriff Söldner wird verstanden als Empfänger von Sold für seine Arbeit, mehr nicht. Im Gegensatz zum Wehrdienstleistenden, der für seine Dienste nur eine ganz geringe, nicht dem Arbeitseinsatz entsprechende Aufwandsentschädigung bekam (meiner Erinnerung nach um die 200 DM).

    Das richtet sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz, hier eine Quelle der Bundeswehr:

    „Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit sowie Berufssoldatinnen und Berufsoldaten haben Anspruch auf Besoldung nach dem Bundesbesoldungsgesetz. Sie setzt sich zusammen aus Dienstbezügen, sonstigen Bezügen und Sachbezügen.“

    Kontrolle bedeutet nicht notwendig nur, daß Befehle gegeben werden. Kontrolle bedeutet auch, dabei sein, und mitmachen, oder auch nicht! Kontrolle hat auch mit Wissen zu tun. Wer etwas nicht weiss, wer aussen vor bleibt, hat auf jeden Fall keine Kontrolle, keinen Einfluss mehr und ist von den Entwicklungen ausgeschlossen. Und das ist, was hier gerade mit dem Deutschen Volk und seiner Armee geschieht!

  2. Nathan sagt:

    Äh, offensichtlich haben Sie nie gedient sonst wüssten Sie, dass ein Wehrpflichtiger etwa so viel Kontrolle ausübt wie ein Lehrling in einer Großbank. Und die Wehrmacht war so ganz nebenbei eine Wehrpflichtarmee in der es eben keine Söldner gab. Ohnehin ist es lediglich Ausdruck einer grenzenlosen Ahnungslosigkeit Berufssoldaten als Söldner zu beschimpfen. Im Weiteren ist überhaupt keine reine Berufsarmee geplant, sondern eine Berufs- und Freiwilligenarmee, was etwas völlig anderes ist. Anders als die heutigen Wehrpflichtigen lernen Freiwillige nämlich die ganze wahre Bundeswehr kennen und schaffen so eine viel stärkere und effektivere Einbindung in die Gesellschaft. Ein Staat im Staat entsteht nur bei reinen Berufsarmeen, wenn Berufssoldaten keine andere berufliche Perspektive haben. Die Berufssoldaten der Bundeswehr hatten aber schon immer beste Aussichten in der Privatwirtschaft.

    Machen wir es kurz, an diesem Artikel stimmt so gut wie gar nichts und bei diesem Niveau der letzten Wehrpflichtbefürworter muss sich eigentlich keiner wundern, dass dieser überreife Apfel namens Wehrpflicht jetzt endlich gepflückt wurde.

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