Noch eine Weihnachtsgeschichte! Sie ist eigentlich ziemlich alt, und sie handelt natürlich im Bereich des römischen Reichs, im Provinzstädchen Betleheim.

Hier kommt noch eine Weihnachtsgeschichte, – etwas anders als gewohnt. Eine Geschichte, die so böse, so schrecklich und so traurig ist, daß einem das Blut in den Adern gerinnen könnte. Sie sollte darum nur Erwachsenen vorgelesen werden! Aber sie hat ein kitschiges Happy End, also vielleicht lohnt es sich doch, weiterzulesen.

Bald wieder schauen wir alle wieder einmal am 24. Dezember, Heiligabend, voller Verzückung auf ein nacktes Baby in einer Krippe. Es wird von den Christen verehrt als Jesus Christus, der Heiland, der Glücksbringer, und der Erlöser der Menschheit von ihrer Schuld. Aber auch als der Richter, der zurückkehren wird, zu richten die Lebenden und die Toten! Davor knien traditionell dessen Eltern, Joseph und Maria. Ochs, Esel und Schafe. Auch die drei Könige aus dem Morgenland sind alle da, wo sie hingehören. Und der Stern, tschuldige, Komet.

Beim weiteren Herantreten an die Krippe trauen wir unseren Augen nicht. Es gibt da ein paar Gestalten mehr, die dort nichts zu suchen haben, und andere fehlen. Und der Joseph fehlt! – Nach deutschem Recht, äh, römischem Recht, und so, wie wir unsere Gesellschaft heutzutage, äh, damals, gestaltet haben, würde in dieser friedlichen Szene vermutlich Joseph fehlen.

Joseph hatte zwar rechtzeitig einen Umgangsantrag bei Gericht gestellt.

Das Gericht hat aber nur damit geantwortet, daß es ihm unter Androhung von Strafe den Umgang mit seinem eigenen Kind verboten hatte. Oder es hat einfach gar nichts gemacht. Oder es hatte begleiteten Umgang angeordnet, einmal zum Monatsersten, unter strenger Aufsicht eines Cerberus des römischen Jugendamts.

Ein korrupter Gutachter hatte vorher in einem 100-seitigen Gutachten, zentral aus einer Datenbank aus München, pardon, Palermo, Sizilien, kopiert. Zu finden im römischen Register „Romgoogel“ unter den Stichworten „Kindesentzug“ oder „Kinderklau“. In dem formvollendeten Gutachten wird bestätigt, daß es Joseph an der notwendigen Erziehungsfähigkeit fehle. Der Gutachter, ein ehemaliger Metzger aus Sparta, hatte sich zwar der Form halber kurz mit den Eltern getroffen, konnte aber weitere Untersuchungen durch seine telepathischen Fähigkeiten sowie entsprechende Beleidigungen der Eltern ersetzen. So etwas wird von Gerichten immer besonders gut gewürdigt.

Begründet hat der Gutachter die von ihm diagnostizierte fehlende Erziehungsfähigkeit beider Eltern damit, daß Joseph „ersichtlich“ an übernatürliche Wesen glaubt. Die Worte „ersichtlich“ oder „offenbar“ oder „offensichtlich“ kommen in dem Gutachten 835 Mal vor, ich habe es gezählt. Gott als Vater, sonst noch was? Joseph „leide“ „ganz offensichtlich“ unter schweren paranoiden Wahnvorstellungen. Er habe auch das ohne Erlaubnis des Jugendamts gemalte Bildchen seines nackten Kindes ohne Erlaubnis des Jugendamts anderen gezeigt und sei deswegen „offensichtlich“ als pädophil einzustufen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch gegen ihn. Diese Ermittlungen werden auch niemals abgeschlossen werden, wir wissen alle, warum.

Auch Maria sei übrigens „offensichtlich“ keineswegs erziehungsfähig, hatte der Gutachter gemeint. Die Geschichte mit den angeblich erschienenen Engeln mache sie dazu vollkommen ungeeignet. Engel seien ihr in Menschengestalt erschienen, daß ich nicht lache. Und 9 Monate später schwanger, vom heiligen Geist. Das kann sie doch meiner Großmutter erzählen.

Die Richterin, die den beiden Eltern in einem noch nicht rechtskräftigen Beschluss das elterliche Sorgerecht entzogen hatte, – namens Aba Kain (vielleicht auch ein Richter, natürlich) hatte das wortwörtlich übernommen. Prädikatsjuristin. „Ernannt“, nicht gewählt, natürlich. Den ganzen Codex Justitianus hatte sie auswendig gelernt, damals. Die kleine sexuelle Affäre mit dem Prüfer damals hatte ihr damals sicherlich auch nicht geschadet.

Das Wort „offensichtlich“ taucht in dem Beschluss der Richterin 836 mal auf, einmal mehr, als in dem Gutachten, als sie nämlich sagte, daß das Gutachten „offensichtlich richtig“ sei. Ausserdem sei er gewalttätig. Er habe doch wirklich versucht, den Gutachter zu verprügeln, nachdem er das Gutachten gelesen hatte!

Neben Maria stehen die Mitarbeiter des örtlichen Jugendamts, und der Familienhilfe. Sie sorgen dafür, daß die eigenen Eltern dem Kind nicht nahe kommen. „Betreuter Umgang“ für Maria war schließlich angeordnet worden. Sobald die Lichter ausgehen, werden sie das Kind mit Polizeischutz an sich nehmen und in ein Jugendheim bei Bethleheim verbringen lassen. Dort werden die Kinder regelmäßig und systematisch mißbraucht, in den Keller gesperrt, und geschlagen werden. Sie sollen lernen, zu lügen, zu betrügen und zu stehlen. Und so zu werden wie alle anderen. Und die Eltern werden keinerlei rechtliche Handhabe dagegen haben. „Nicht antragsbefugt“ steht dann immer in den Beschlüssen des Amtsgerichts, Familiengericht Bethleheim. Alle Jahre wieder, zuletzt hatte sie sogar „mutwillig“ in ihren Beschluss hineingeschrieben, mit dem sie den Antrag abschmetterte. Mit geradezu unglaublicher Rücksichtslosigkeit und Sturheit. Fiat „iustitia“ et pereat mundus. „Gerechtigkeit“ geschehe, und wenn die Welt untergehe. Was immer man darunter auch versteht.

Weil die Eltern das immer wieder der Presse (unter anderem an gewisse Berichterstatter namens Matthäus und Lukas, die ihre Berichterstattung aber möglicherweise auch auf Sekundärliteratur gestützt haben könnten) gemeldet hatten, wird dieser Gutachter auch in Zukunft von einem Umgang der Eltern mit ihrem Kind abraten. Jesus wird natürlich nicht so werden wie alle anderen. Und er wird immer klarstellen, daß es auch für Mörder oder Ehebrecher in diesem Leben eine Chance gibt. Eines Tages wird das – inzwischen erwachsene – Kind dann sogar unter ungeklärten Umständen sterben. Die eigenen Eltern werden noch nicht einmal Akteneinsicht in den Vorgang bekommen. Angeblich soll ihr Sohn durch die Behörden einfach so gekreuzigt worden sein. Weil er behauptet hatte, der Sohn Gottes zu sein. Oder genauer, er soll auf die Frage danach geschwiegen haben. „Im Namen des Volkes“ hat der römische Statthalter sein Todesurteil verkündet. Pontius Pilatus hieß der Mistkerl. Immer schön die Schuld anderen zuweisen, bloss keine eigene Verantwortung übernehmen, das kennen wir doch, das gehört sozusagen zu unserem deutschen äh, römischem Erbgut.

Die, die Jesus ans Kreuz geschlagen haben, das könnten wir alle gewesen sein. Der, der ohne Schuld ist, werfe da den ersten Stein!

Auch diese drei ausländischen Spinner aus dem Morgenland hat man schon längst von der Polizei verhaften und abführen lassen, mit ihrem vergoldetem Spielzeug und den vertrockneten, stinkenden Kräutern, die sie zuerst illegal eingeführt hatten und nun überall mit sich führten, herumschwenkten und ohne behördliche Erlaubnis im Freien verbrannten. Wahrscheinlich sind das ja Drogenhändler, oder Terroristen. Einer ist davon sogar ein Schwarzer, denen kann man sowieso nicht trauen. Ein Abschiebungsverfahren hat die Ausländerbehörde schon eingeleitet, sie konnten keine gültigen Einreisevisa vorlegen. Das hat alles seine Richtigkeit, in unserem sauberem deutschen, Verzeihung, römischem Reich. Die illegal importierte Myrrhe wird noch tausende von Jahren später die heimische Pflanzenflora verpesten.

Nur dieser riesige Komet über dem Stall stört noch. Der will einfach nicht untergehen. Dabei haben sie audrückliche Anweisung, nur im Schutz der Dunkelheit vorzugehen. Dafür müssen Sie jetzt sogar Überstunden machen. Wirklich fleissige Mitarbeiter.

Für das Gutachten bei Gericht hatte der Gutachter mit dem vornehmen Namen Padre de Judas 30 Silberlinge (das sind umgerechnet heutzutage etwa 10.000 Euro) abgerechnet. Das Geld wurde ihm vom Staat bereits im Voraus ausgezahlt. Vierzig Prozent davon werden dann nach München, äh, Verzeihung, Palermo, Italien, als „Beteiligung“ fließen und wandern dann auf verschlungenen Pfaden teilweise wieder zurück in die vor der Türe aufgestellten wartenden Weihnachtspantöffelchen der Richterin, die dies so verfügt hatte. Wie jedes Jahr stösst diese Richterin dann einen freudig erregten und überraschten Schrei der Freude aus, wenn Sie die mit Tausender-Scheinchen gefüllten Pantöffelchen am Morgen vorfindet. Etwas gekünstelt klingt es zwar, für Aussenstehende. Aber sie glaubt doch wirklich noch an Wunder und an das Christkind, das könnt ihr ihr ruhig glauben! Wirklich ein gaaanz entzückendes Bild, wie sie so herumtänzelt. Auch alle anderen fleißigen Heimchen, vom Jugendheim, der Familienhilfe, und der Polizei, werden extra bedacht werden. Und der Gutachter bekommt eine Sonderausschüttung für besonders gute Arbeit aus München, äh, Verzeihung, Palermo. Es ist schließlich Weihnachten!

Joseph hatte nach der Geburt Maria ohne einen zweiten Gedanken vertraut und das Kind anerkannt, obwohl sie behauptete, das Kind sei gar nicht von ihm.

Maria’s Rechtsanwalt hatte dann, selbstverständlich ohne vorherige Rücksprache mit Maria, (schließlich habe wir besseres zu tun!) der gemeinsamen elterlichen Sorge erfolgreich widersprochen. Es handele sich nach Überzeugung seiner Mandantin um eine Jungfrauengeburt, und ihr Sohn sei Gottes Sohn, nicht von Joseph. Selbstverständlich wurde Joseph dann auch die elterliche Sorge für sein eigenes Kind sofort entzogen, und auf das Jugendamt übertragen, ohne vorherige Anhörung. Ordnung muß schließlich sein. Folgerichtig habe er auch kein Recht auf Umgang. Bei so etwas glauben Gericht immer sofort alles, ohne irgendwelche Fragen!

Joseph ist damit auch ein „entsorgter“ Vater.

Jetzt ist Joseph gerade dabei, eine Erwiderung auf einen Antrag auf Unterhaltszahlung von Maria’s Rechtsanwalt zu verfassen. Eine Vollmacht braucht dieser Rechtsanwalt nicht. Er hat Maria auch noch nie gesehen. Wenn er Geld einzieht, geht es auch gar nicht an Maria. Es wandert in seine eigenen Taschen, und in die seiner Spießgesellen. Das hat alles seine Richtigkeit so. Glaubt mir. Ein Richter am Oberlandesgericht, Professor Dr. Dr. jur. namens Fratre de Herodes hatte das doch alles schon längst rechtskräftig abgesegnet. Als Mitglied, ja sogar Vorsitzender der Gesellschaft zum Schutz der Zerschlagung von Familiengemeinschaften e.V. stellt auch er jedes Jahr das Pantöffelchen vor die Türe, und auch er wurde noch niemals enttäuscht. Ja, im alten Rom wurden die Beamten nicht einmal bezahlt. Da musste man schon so zusehen, wie man an sein Geld kam. Heutzutage müsste man schon sagen, daß die den Hals einfach nicht voll genug bekommen können. Aber selbstverständlich ist dies ja nur eine harmlose Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind „offensichtlich“ rein zufällig.

Als Anlage auf seine Erwiderung legt Joseph den gerade zugestellen Schätzungsbescheid des Kaisers Augustus bei. Wegen des Volkszählungsgesetzes des römischen Kaisers hatte er ja vorher extra nach Betleheim wandern müssen, zusammen mit seiner hochschwangeren Frau. Weil er so wenig verdient, wird er wohl wenig Steuern zahlen müssen. Und vermutlich auch keinen Unterhalt. Die dreihundert Euro äh noch umzurechnende Denar bzw. As im Monat hat er einfach nicht über. Ein schlechter Vater! Die römischen Statthalter, heute würde man vielleicht sagen Beamten auf Lebzeit, benutzten ja damals ihre Amtszeiten, um das Volk auszuquetschen bis auf die Knochen. Wir haben da auch eine lange Tradition! Der Richter wird ihn vermutlich deswegen dennoch zur Zahlung von Unterhalt verurteilen, und die Gerichtsvollzieher und gedungenen Schärgen werden ihm alles, was er hat, und verdient, einfach so wegpfänden, ihn schließlich in die Insolvenz zwingen oder ein Leben lang verfolgen. Sie werden dafür sorgen, daß der Vater sein Kind niemals wiedersehen darf. Das Kind wird erwachsen werden und wird sich an seinen eigenen Vater, und vielleicht sogar an beide Eltern noch nicht einmal mehr erinnern können!

Wenn man über diese zwei Bilder nachdenkt, ist das letztere hier dargestellte Bild ziemlich grauenvoll, stimmt. Es ist ein Spiegel eines Teils unserer heutigen Gesellschaft! Kehren wir lieber zurück zu den uns vertrauten Bildern von der heiligen Familie!

Joseph kann schließlich das Kindlein auch ohne „Unterhaltszahlung“ halten und wärmen, und das Kindlein würde ihn anlächeln. Und wenn Joseph auch nur einen Pfennig oder Cent übrig hat, wird er es selbstverständlich sofort für Maria und das Kind ausgeben, das ist doch überhaupt keine Frage! So war es damals auch. Genügend zu Essen bekommt Joseph immer noch zusammen für alle, und er könnte für es und für seine kleine Familie Schutz suchen. Und wenn er von Türe zu Türe geht, und um eine Unterkunft nachfragt. Und er hätte das Kindchen tragen können, während er Maria auf dem Esel – seinem einzigen kärglichen – unpfändbaren – Habe reiten läßt. Das hatte Joseph damals auch! Er, und Maria, und Jesus, und wir alle glauben an die Engel, an die Jungfrauengeburt, und an Weihnachten, wie könnten wir nicht?

Vielleicht noch an ein paar tröstende Worte an alle Josephs und Marias, die an diesem Weihnachten wieder einmal nicht mit an der Krippe stehen dürfen:

Joseph und Maria, und auch Jesus, hätten sich überhaupt nicht darum geschert, was Gesetzgeber, Rechtsanwälte, Richter, Jugendämter oder sonstige sagen, schreiben oder tun.

Sie waren und sind einfach da, wo sie sind, und sie sorgen sich um ihr Kind. Letztendlich konnten sie es auch nicht beschützen. Auch Jesus fiel der Willkür der Obrigkeiten zum Opfer. Aber er konnte damit seinen wichtigsten Auftrag in dieser Welt überhaupt erst erfüllen! Das Gute daran ist: jeder Mensch hat seine eigene Bestimmung, und niemand kann im Voraus genau sagen, welche. Das darf man niemals vergessen. Das Leben Jesu zeigte uns: solange man zu seinen Werten steht, kann keine Obrigkeit der Welt einem etwas anhaben. Sie können einen sogar kreuzigen. Oder unsere Kinder! Und in der Kreuzigung kann die Erfüllung eines Schicksals und einer Bestimmung liegen. Das mag zwar unendlich weh tun, aber Macht haben sie deswegen kein bischen mehr. Ganz im Gegenteil. Alle Macht, alle Kraft und alle Erfüllung des Lebens blieb und bleibt bis heute bei Jesus, bei Maria, und bei Joseph, und nicht bei den Peinigern.

Alles Papier dieser Welt kann euch nicht eure Stellung als Vater oder als Mutter eures Kindes wegnehmen, das könnt ihr allenfalls selbst! Und dieses wunderbare Kind wird erwachsen werden und wir beten, daß es nicht gekreuzigt wird dafür, daß es eines Tages vielleicht die Schuld der Welt auf sich nimmt. Und vielleicht kann es eines Tages sogar denen verzeihen, die ihm den eigenen Vater – oder vielleicht auch die eigene Mutter – weggenommen haben! Und wenn dieses Kind das kann, dann werden wir das auch können. Und wir wissen, daß es einen Vater gibt, den uns und unseren Kindern kein Richter der Welt wegnehmen kann! Und irgendwo an dieser Stelle befindet sich auch das wahre Geheimnis des Glaubens, von dem alle immer so viel reden, und das man aber in Wirklichkeit überhaupt nicht fassen kann. Aber man kann es fühlen! Man kann es fühlen, selbst wenn man kein Christ ist.

Joseph: du stellst dich jetzt sofort wieder hin an deinen Platz in der Krippe!
Maria: Du lässt jetzt endlich zu, daß sich Joseph da hinstellt, wo er hingehört!
Und wir, wir sorgen dafür, daß der Rest der Bande, die da überhaupt nicht hingehört, aus unserer Krippenszene verschwindet!

Und siehe da, ein Wunder geschieht: ein Heer von Engeln erscheint, und die ganze Bande verschwindet vollkommen lautlos. Als sei sie niemals da gewesen.

Allesamt werden sie eines Tages vor dem jüngsten Gericht wegen Verletzung der Menschenrechte angeklagt werden, sich rechtfertigen müssen, und in unanfechtbaren Entscheidungen zu hohen Fegefeuerstrafen oder zur Höchststrafe des ewigen Bratens in der Hölle verurteilt werden. Ja, wer an Engel glaubt, glaubt auch an den Teufel! 🙂 Die Richterin Aba Kaina, der Gutachter Padre de Judas, dessen Organisation, der Richter am Oberlandesgericht Fradre de Herodes, die Richter am Bundesverfassungsgericht, die den Fall nicht bearbeitet haben, Pilatus, die beteiligten Polizisten, die Mitarbeiter von Jugendamt und Familienhilfe, einfach alle. Die Rache ist mein, sprach Gott. Und die Engel, das können wir alle sein, wenn wir nur schützend unsere Fürbitten richten auf diese Familie und auf alle Kinder dieser Welt, denen die Eltern weggenommen werden und auf alle Eltern dieser Welt, denen die Kinder weggenommen werden.

Spät am Heiligabend klopfte an die Türe der kleinen Sozialwohnung in Kleinhudelshausen, drei Mal, deutlich und vernehmlich. Nein, der heftige Schneesturm war das nicht. Maria macht auf, und vor ihr sieht sie eine hohe, vermummte Gestalt, die sich den Schnee vom Kopf schüttelt. Ohne ein Wort zu sagen geleitet sie Joseph herein und gemeinsam knien sie vor der kleinen Wiege, in der ein Säugling selig schläft. Über Weihnachten war der Hausfreund von Maria bei der Familie seiner „Dr. Ex“., wie er sie nannte. Und der Gedanke, die Polizei zu rufen, war so weit weg und kam an diesem wunderbaren Abend ihr noch nicht einmal in den Sinn. Ein seltsames Licht lag über Marias Kopf. Sie hatte schon alle Lichter und Kerzen gelöscht, am Weihnachtsbaum, nur der kleine Plastikkomet, den sie noch am Vorabend beim Baumarkt herabgesetzt bekommen hatte, der wollte einfach nicht ausgehen. Vermutlich ein Wackelkontakt, ich werde ihn umtauschen müssen, dachte Maria. Sieht fast aus wie ein Heiligenschein, dieses Licht, dachte Joseph. Und einen kleinen Moment lang sah Maria das Licht auch bei Joseph. Beide sagten aber nichts. Und zu hören war nichts, nur diese wunderbare, ruhige Stille rings herum.

Vor uns liegt noch immer die Krippe in aller Ruhe und Stille, als sei gar nichts geschehen. Das Kind ist friedlich eingeschlafen, und auch um seinen Kopf liegt dieser eigenartige Schein des Lichts des Kometen. Maria kniet vor ihm und neben ihr steht Joseph und sieht mit wachsamen Augen um sich. In respektvollem Abstand Esel, Ochs und Schafe, und auch die drei heiligen Könige aus dem Morgenland verbeugen sich wieder voller Ehrfurcht und übergeben ihre Geschenke. Kein Richter, kein Polizist, keine Mitarbeiter von Jugendamt oder Familienhilfe. Und der Stern, tschuldige, Komet, leuchtet für uns alle ganz hell. Er leuchtet noch immer, über dieser Familie, und über allen Familien, die an die Weihnachtsgeschichte glauben.

Fast hätte ich hier auch noch Amen geschrieben, das ginge jetzt aber doch entschieden zu weit, für ein juristisches Internetportal!

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3 Kommentare zu Noch eine Weihnachtsgeschichte! Sie ist eigentlich ziemlich alt, und sie handelt natürlich im Bereich des römischen Reichs, im Provinzstädchen Betleheim.

  1. admin sagt:

    danke für die Anfrage. kein Problem, gerne erlaube ich Ihnen das.

    mit freundlichen weihnachtlichen Grüssen,

  2. admin sagt:

    An die Redaktion,

    (Kürzung)

    Auf der Suche nach dem täglichen Türchen, bin ich im Netz auf ihre Geschichte (http://www.jurablogs.com/go/noch-weihnachtsgeschichte) gestoßen.

    Ich wollte anfragen, ob ich diese auf unserer Seite posten dürfte? Selbstverständlich mit Ihnen als Urheber und unter Angabe Ihrer Seite als Quelle.

    Vielen Dank vorab!

    Mit freundlichen Grüßen

    Vorname Nachname

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