Was kostet das Mahnverfahren?

Wenn das Jahr seinem Ende entgegen geht, dann taucht wieder verstärkt die Problematik der Verjährung von Ansprüchen auf und der Frage, was man dagegen tun kann.

Nach § 199 Abs. 1 BGB beginnt bekanntlich die regelmäßige Verjährungsfrist mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entsteht, bzw. wenn man hätte davon Kenntnis erlangen können/ müssen. Die einheitliche Frist nach § 195 BGB beträgt dann drei Jahre und läuft zum Jahresende unerbittlich ab. Es gibt bei diesen Fristen Ausnahmen, die in den §§ 199 ff. BGB geregelt sind. Im großen und ganzen sollte man sich aber eigentlich als Laie erst einmal nur diese drei Jahre einprägen.

Der Klassiker zur Herbeiführung der Hemmung / Unterbrechung der Verjährung ist die Zustellung des Mahnbescheids nach § 204 Abs. 1 Ziff. 3 BGB.

Und dann kommt immer die Frage, was kostet mich das?

Dazu erst einmal die billigste Methode:

Relativ neu ist (aus dem Jahre 2001) ist die Hemmung der Verjährung gem. § 203 BGB, solange über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände noch Verhandlungen schweben.

Also: solange man noch mit der Gegenseite über die Angelegenheit verhandelt, wird die Verjährung gehemmt. Nur, wenn die Gegenseite eindeutig zu erkennen gibt, daß nicht mehr verhandelt wird, muss man tätig werden.

Hier sollte auch zunächst einmal intensiv darüber nachgedacht werden, ob man nicht auch ganz ausdrücklich bei der Gegenseite anfragt, ob zur Vermeidung eines Mahnbescheids oder einer Klage auf die Einrede der Verjährung verzichtet werden kann. Dies macht insbesondere Sinn, wenn noch andere Fragen geklärt werden müssen, die eine Auswirkung auf den Prozess haben könnten.

Wenn das nicht möglich ist, dann bleibt einem häufig nichts anderes übrig als der Mahnbescheid im Online-Verfahren.

Zu den dabei anfallenden Kosten (im Normalfall):

Die Hauptkostenfaktoren des Mahnverfahrens (wie auch der Zivilklage) sind die Anwaltskosten (nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) und die Gerichtskosten (nach Gerichtskostengesetz GKG).

Eine Übersicht wird unten in zwei PDF-Dateien als Download bereitgestellt.

Beispiel:

Ein Mahnbescheid über eine Forderung bis zu Euro 1.200,00 kostet folgendes:

Anwaltshonorar: Euro 85,00 (eventuell plus USt.) (vgl. Tabelle Anwaltsgebühren)
Auslagenpauschale: Euro 20,00
Gerichtskosten: Euro 27,50 (vgl. Tabelle Gerichtskosten)

Gesamtkosten des Mahnbescheids: 132,50

Die Kosten für alle anderen Werte können anhand der beiden beliegenden Tabellen recht einfach ermittelt werden.

Anwaltsgebühren:

anwaltsgebuhren.pdf

Gerichtsgebühren des Mahnbescheids:

Gerichtsgebühren des Mahnbescheids

Beitrag und Copyright Dez. 2010 von:
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