Interpol fahndet nach Wikileaks-Gründer wegen Verdachts der Vergewaltigung

Fakten: Wikileaks-Gründer Assenge wird verfolgt wegen angeblicher Vergewaltigung von zwei Frauen in Schweden.

Pressemitteilungen zufolge, soll Assenge mit den betreffenden beiden Frauen einverständlichen und ungeschützten „GV“ gehabt haben. Der Vorwurf der Vergewaltigung allerdings soll frei erfunden worden sein. Wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr sollen beiden Frauen sich bei der Polizei erkundigt haben, ob Assenge dazu gezwungen werden kann, sich auf HIV testen zu lassen. Eine Strafanzeige wurde von Ihnen überhaupt nicht gestellt.

Die Verfolgung des Wikileaks-Gründers soll in direktem Zusammenhang stehen mit der Veröffentlichung von hochbrisanten Videos durch Wikileaks, mit denen u.a. den amerikanischen Truppen straftaten bis hin zur vorsätzlichen Tötung von Zivilisten bzw. Völkermord bei Militäreinsetzen vorgeworfen bzw. nachgewiesen werden kann.

Kommentar

Die deutsche Bundeskanzlerin soll „wenig kreativ“ sein, der deutsche Aussenminister Westerwelle „inkompetent und eitel.“ Ja, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder sagen würde, was er gerade denkt?

Das, was alle denken, aber keiner auszusprechen wagt? – Solche Äusserungen sollten mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet werden wegen Majestätsbeleidigung? – Ein Gouverneur in den USA fordert bereits sogar die Todesstrafe!

Da wagen sich diese Frechdachse von Wikileaks doch einfach, so etwas auch noch im Internet über uns zu veröffentlichen.

Und angeblich, – was uns so ganz besonders wütend macht – ist es die volle Wahrheit. Nicht „unsere“ Wahrheit, aber die der Amerikaner.

Sollen wir jetzt etwa ein Ermittlungsverfahren (Nr. 200.001 im Jahre 2010- vgl. dazu unsere Beiträge über die Zensur in Deutschland) einleiten gegen den amerikanischen Präsidenten wegen Verletzung unserer uns so wichtigen Ehre unserer fast allerhöchsten Staatsoberhäupter vgl. § 90 b StGB???

Oder gegen Wikileaks?

Das geht ja überhaupt nicht, da machen wir uns ja noch lächerlicher!

Solche Till-Eugenspiegeleien vor der ganzen Welt, das muß einfach strafbar sein, das ist kriminell.

So auch promt Westerwelle in aller Öffentlichkeit darüber. Süss sauer gelächelt bei dem Interview hatte er, wie etwa nach dem Biss in eine Zitrone. Und in den Augenwinkeln war da so ein seltsames Zucken. Über seine Kompetenz oder seine Eitelkeit hat er natürlich nichts gesagt. Hätte ich auch nicht, an seiner Stelle!

Vertrauliche, persönliche und geheime Daten zu missbrauchen, dazu haben „wir“ schließlich das Monopol, da könnte ja jeder kommen!

Und die Amerikaner? Gegen Wikileaks vorzugehen, weil Sie die Wahrheit ans Tageslicht gebracht hatten, wäre wohl zu leicht ein Eigentor geworden.

Darum brauchen wir etwas anderes, womit wir Wikileaks wirkungsvoll unter massiven Druck setzen können: Siehe oben. Da haben wir doch viel subtilere und wirkungsvollere Methoden:

Was hätten wir denn da so anzubieten bei derartigen Fällen?

Ermittlungsverfahren ziehen eigentlich immer ganz gut.

Ganz besonders beliebt: Vorwürfe von Besitz von Kinderpornographie, Terrorismus oder Vergewaltigungsvorwürfe. Alle sind ganz unfehlbar tödlich. Vergessen wir nicht: Solche Ermittlungen rechtfertigen jederzeit Hausdurchsuchungen, Inhaftierungen, die Beschlagnahme von Bankkonten (natürlich mit anschließendem Verfall des Geldes an die Staatskasse) und alle Art von polizeilichen Eingriffen, die sonst undenkbar wären. Mit den in Deutschland noch bei derartigen Fällen üblichen Vorwürfen etwa von Beleidigung, Verleumdung und verwandten Delikten machen wir uns hingehen wieder international eher lächerlich, das ist leider nicht mehr so richtig salonfähig. Auch Vorwürfe von Schadenszauber, Unzucht mit dem Teufel, Hexerei oder anderen magischen Handlungen werden heutzutag eher weniger ernst genommen.

Und siehe da: Was hätten wir denn da in unserer Klamottenkiste? – Auf einmal wird nun nach dem Wikileaks-Gründer international gefahndet wegen Vergewaltigungsverdachts. Das kann sich doch wirklich sehen lassen.

Ich meine auch, dass so etwas fast gar wie eine Vergewaltigung zu bewerten ist unserer werten kreativen deutschen Frau Bundeskanzlerin und unseres allerwertesten kompetenten und überhaupt nicht eitlen Herren deutschen Aussenministers. Ach, um die geht es bei dieser Vergewaltigung gar nicht? Noch eine Vergewaltigung, also? Eine schwedische andere Vergewaltigung. Ja, in der Tat, hat man da ausgegraben.

Nun, wer würde einem möglichen Vergewaltiger auch noch das Wort reden wollen.

– Gegen ordnungsgemäße Ermittlungen gegen mögliche Vergewaltiger ist sicher auch überhaupt nichts einzuwenden.

Auffällig ist aber, daß vor der Veröffentlichung auf Wikileaks Interpol die Angelegenheit ganz offensichtlich nicht wichtig genug fand, um eine internationale Fahndung, oder besser gesagt einen Aufruf zur Amtshilfe bei der Verfolgung und Festnahme an alle 188 „Brüder- und Schwesterstaaten“ („red notice“) gegen den Wikileaks-Gründer auszuschreiben.

Wieso – zeitlich auf wunderbare Weise übereinstimmend – die kompromittierende Veröffentlichung diese Einschätzung nun so ganz plötzlich geändert haben soll, bleibt uns Interpol schuldig, zu erklären.

Das riecht doch nach Vergeltungsaktion, vielleicht aber auch Vergeltungsaktion für eine Vergeltungsaktion. Jedenfalls riecht es. Fast würde ich mir erlauben, zu bemerken, daß es sogar stinkt.

Eins dürfte wohl feststehen: der eine Vorgang hat eigentlich mit dem anderen überhaupt nichts zu tun!

Aber, den eigenen Gründer als möglichen Vergewaltiger in der Presse breitgetratscht zu haben, das ist richtig schön rufschädigend, für Wikileaks. Soviel steht schon mal fest. Insbesondere angesichts der Tatsache, daß die strafrechtliche Unschuldsvermutung für ihn spricht, bis er rechtskräftig verurteilt ist. Und wir können auch davon ausgehen, daß nicht nur bei Wikileaks da offenbar ein Leck besteht!

Und zwei Folgeaufsätze stehen hier schon auf der Liste – auch als Hausaufgaben für die internationalen PR-Berater (sofern vorhanden, neben dem ausgewechselten Frisör, was viel gebracht hat, mindestens bei der Kanzlerin) unserer allerwertesten höchsten Staatsämter:

1. Ist die Bundeskanzlerin Merkel tatsächlich wenig kreativ?

Denkansätze: Übersetzt aus der überhöflichen Sprache der Diplomatie der Amerikaner bedeutet das vermutlich sogar in Wirklichkeit im Klartext, wir haben es hier mit einer Art von Zombie zu tun.

Definition: Kreativität ist die Fähigkeit, Neues zu schaffen, das Menschen nützt.

Was hat Frau Merkel neues geschaffen, das Menschen nützt?

So spontan fällt mir da nur einiges ein, was Frau Bundeskanzlerin Merkel nicht geschaffen hat, was Menschen hätte nützen können.

Zum Beispiel das Justizbeschleunigungsgesetz, das jahrelang von ihr grundlos und erfolgreich verhindert wurde. Oder die Abschaffung der vom Europäischen Gerichtshof und vom Bundesverfassungsgericht beanstandete Diskriminierung von unverheirateten Männern, § 1626 a BGB durch den deutschen Gesetzgeber. Die vollkommen mißglückte Gesundheitsreform, mit der die private Krankenversicherung so gut wie zerschlagen wurde. Vieleicht der Abbau der Bundeswehr als „Bürger in Uniform“, der Krieg in Afghanistan und Irak? Alles nicht wirklich kreativ.

Naja, denken wir mal weiter nach, vielleicht fällt uns ja noch ein positiver Beitrag ein. Vieleicht die erfolgreiche Hege und Pflege und Ausweitung unseres Bestandes an Hartz IV-Empfängern? Die Abschaffung der Ich-AG? … … …

2. Ist der deutsche Aussenminister Westerwelle tatsächlich inkompetent und eitel?

Da fällt mir so aus dem Ärmel geschüttelt doch direkt so ein: Pflicht-Englisch-Nachhilfeunterricht für deutsche Staatsoberhäupter. Und: den Friseur sollten wir vielleicht etwas weniger häufig wechseln!

Nachtrag:

Der Kommödie zweiter Teil:

Heute hat die Presse noch eins drauf gesetzt: Es handelt sich hier nämlich um Staatsgeheimnisse! Und wer hat sie verraten? – Westerwelle’s Büroleiter soll es gewesen sein. Der soll soll das nämlich den Amerikaner verraten haben. Böser, böser Büroleiter! Was wären wir Deutschen nicht ohne einen für alles Schuldigen.

Da wäre auch wirklich sonst keiner so drauf gekommen, daß Herr Westerwelle inkompetent und eitel sein könnte, und die Bundeskanzlerin wenig kreativ.

Uns wurde inzwischen das fragliche Gespräch des Büroleiters im Öffentlichen Dienst (Kurz: BLÖD) von Herrn Westerwelle mit der amerikanischen Regierung (natürlich nicht übersetzt) aus vertraulicher Quelle mitgeteilt, das wir hier nun exklusiv nur für unsere Leser wiedergeben möchten:

„BLÖD: Hello, this is Mr. BLÖD from Germany calling. I would like to talk to the White House, USA, Mr. Obama.
White House receptionist: One moment please, I’ll put you through.
Obama: Yes, this is the President of the United States of America, speaking.
BLÖD: I would like to tell you some State secrets.
Obama: Ok, I am listening.
BLÖD: You know, my boss is not competent. He also is so vain.
OBAMA: I understand. Who is your boss?
BLÖD: My boss is Mr. Westerwelle.
OBAMA: Who is Mr. Westerwelle?
BLÖD: Mr. Westerwelle is the important German Minister of the Exterior.
OBAMA: Oh, I see. Very interesting. I didn’t know that before. I thought he is competent and not vain. Can you tell me any other state secrets?
BLÖD: Yes, – our chancelor, Frau Merkel, is not at all creative.
OBAMA: Oh, I see. That surprises me. I thought she is such a creative person. Thank you so much for sharing your state secrets with me. I will talk to you again soon.“

Und so kam es. Diese Telefonnotiz von Herrn Obama wurde dann von Wikileaks geklaut und ohne Erlaubnis einfach so veröffentlicht.

Jetzt weiss unser streng gehütetes Staatsgeheimnis die ganze Welt, wir sind natürlich auch für die Wiedereinführung der Todesstrafe dafür!

Beitrag und Copyright Dez. 2010 von:

Anif Press Info

Per Email an: Rechtsanwalt@anif.de

Über admin

Rechtsanwalt (Attorney at Law, Germany) and CPA (USA)
Dieser Beitrag wurde unter Blogroll abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Interpol fahndet nach Wikileaks-Gründer wegen Verdachts der Vergewaltigung

  1. Pingback: baidu censor

  2. Pingback: michael kors handbags

  3. Pingback: westways.com.au

  4. Pingback: Anfi Blog juristisches Internet » Blog Archive » Interpol fahndet … | My Wikileaks

  5. Pingback: Anfi Blog juristisches Internet » Blog Archive » Interpol fahndet … » my-tag.de

Schreibe einen Kommentar