Über die Technik des Erstellens von Checklisten und Fragebögen: „default“ – Fragen, und bei Fragen, die ins Leere gehen: n.a. heißt nicht anwendbar!

Die Beherrschung der Technik, sinnvolle Checklisten und Fragebögen zu erstellen, wird in Deutschland vollkommen zu Unrecht als naturgegeben betrachtet.

So kommt es, daß man sich häufig durch einen inhaltlich vollkommen unzusammenhängenden Wust an Fragen durcharbeiten muß.

Es gibt hier Techniken, und es lohnt sich, sich einmal damit zu beschäftigen!

Zunächst einmal ist da der englische Begriff des „default“ einzuführen. Häufig liest man im Deutschen die – krottenfalsche – Übersetzung dieses Begriffs als „Fehler“. Default ist keineswegs ein Fehler, sondern eine „Normaleinstellung“.

Am Computer ist z.B. das „default“ Laufwerk der C-Drive (Laufwerk C:). Im Normalfall greift die Software auf das Laufwerk C: zu, es sei denn, etwas Abweichendes wird eigens eingegeben.

Alleine das fehlende Wissen über diesen simplen Mechanismus ist verantwortlich für jede Menge Fehlfunktionen vom Englischen ins Deutsche „übersetzter“ Software.

Ähnlich ist das bei den Fragebögen:

Man überlegt, welche Antwort die normalerweise häufigste ist, und stellt alle Fragen so, daß darauf immer (als „default“) mit „Ja“ geantwortet wird.

Die „Nein“’s kommen dann in die nächste Spalte rechts.

Auf einen Blick kann der Sachbearbeiter dann mit solch einem Fragebogen Abweichungen vom Normalen erkennen. Sofern die Antworten/ Kreuzchen/ Häkchen nur auf der linken Seite sind, ist alles in Ordnung. Sind Kreuzchen rechts, muß man nochmal dran gehen.

Der Sachbearbeiter hingegen, der bei dem ungeordneten Wust an Fragen über jede Frage immer neu nachdenken muß, arbeitet sich an derselben Fragestellung schon an einem einzigen Fragebogen oder einer Checkliste tot, bei bundesweit eingesetzten Fragebögen ist das eine richtige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Ach ja, und noch was:

n.a. heißt: nicht anwendbar, auf Englisch: not applicable.

Häufig stösst der Bearbeiter von deutschen Fragebögen auf Fragen, deren Beantwortung aus dem Sinn des Vorangehenden sich verbietet.

Beispiel:

Antrag auf Feststellung des sozialversicherungsrechtlichen Status. Dient zur Ermittlung der verbindlichen Feststellung, ob man angestellt oder selbstständig tätig ist.

Frage 1.3: Bei welcher Krankenkasse sind Sie zur Zeit versichert? Bitte Namen und Anschrift der Krankenkasse angeben

Frage 1.4: Sofern Sie zur Zeit nicht gesetzlich krankenversichert sind: bei welcher Krankenkasse hat zuletzt eine Krankenversicherung bestanden? Bitte Namen und Anschrift der Krankenkasse angeben

Wenn man unter Frage 1.3 eine gesetzliche Krankenkasse angegeben hat, dann braucht man logischer Weise die Frage 1.4 nicht mehr beantworten.

Hier trägt man ein: „n.a.“ Die Frage geht ins Leere, wenn 1.3 bereits ausgefüllt ist, bzw. nicht anwendbar, n.a..

Einer Mandantin nun von vor Kurzem von einer´m besonders schlauen Sachbearbeiter/in alle Fragen mit „n.a.“ beanstandet, weil seiner/ihrer Auffassung nach diese Frage nicht ausgefüllt waren.

Nun, liebe Sachbearbeiter/-innen, für die Zukunft: n.a. bedeutet nicht anwendbar, diese Frage braucht nicht mehr beantwortet zu werden.

Beitrag und Copyright 2010
Anif Press Info

Per Email an: Rechtsanwalt@anif.de

Über admin

Rechtsanwalt (Attorney at Law, Germany) and CPA (USA)

Dieser Beitrag wurde unter Blogroll abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar