Friedensnobelpreis 2010 an China: Wie gut, daß es noch China gibt!

Am Freitag ernannte das Nobel-Komitee in Oslo den seit der „Charta 08“ in Haft befindlichen chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo zum Friedensnobelpreisträger 2010.

Kommentar

Herr Xiaobo ist einer der Mitautoren der „Charta 08“. vorbildlich. Viele gute Ansätze und Ideen, für China, und für die freie Welt.

Aber:

Herr Liu Xiaobo möchte China politisch wohl nach deutschem Vorbild umgestalten!

Deutschland als internationales Vorbild für eine Demokratie: ha, he, hi hu hu, ha, ha, ha! Ha.. . He He He. Prust. Keuch, vor Lachen. Herr Xiaobo, bitte lesen Sie doch erst einmal dieses Blog:

Eigentlich sollten wir die Charta 08 beschließen, nicht China!

Wir haben eine „wie geschmiert“ eingerichtete und ausgeübte staatliche Zensur, mit jährlich 200 tausend Ermittlungen wegen „Delikten gegen die Ehre,“ weltweite Spitzenklasse, so schlimm wie noch nie vorher in Deutschland. Vgl. dazu unsere weiteren Aufsätze. Wir haben eine Parteiendiktatur, in der der Willen des Volkes kaum noch eine echte Rolle spielt. „Indirekte Demokratie“ nennen wir das. Wir haben eine Verfassung, die nicht vom Volk beschlossen wurde, sondern uns durch die „Siegermächte“ aufoktroyiert wurde, und auch nach der Wiedervereinigung nicht durch das deutsche Volk in freien Wahlen beschlossen wurde, so wie es in der Präambel zum Grundgesetz hieß. Das haben unsere Apparatschkis für uns doch gleich mit erledigt, was benötigen wir das deutsche Volk dafür! Und noch was: unsere Beamten, unsere Richter, werden von Apparatschkis ernannt, nicht gewählt, so wie das der Friedensnobelpreisträger fordert.

Wir haben eine vorbildlich blühende, die gesamte Wirtschaft durchdringende und kontrollierende Korruption, flankierend unterstützt von verantwortungslosen Politikern, denen die eigenen Diätenerhöhungen wichtiger sind als politische dringend notwendige Reformen. Deutschland wird laufend vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt für Menschenrechtsverletzungen und tut überhaupt nichts dagegen.

Da können wir uns doch wirklich nur noch auf die Schultern klopfen. Ganz vorbildlich.

Aber jetzt ist Herr Xiaobo Nobelpreisträger, und da hat so eine Forderung schon mehr Gewicht. Und die chinesischen kommunistischen Apparatschkis kochen nur so vor Wut. Die Zensoren in China machen jetzt Überstunden, sie haben schon das ganze chinesische Internet abgesperrt, – was muß das nur für eine irrsinnige Arbeit sein, die freie Information für so viele Menschen zu sperren. Bewundernswert, ein echtes Vorbild für Deutschland! Ach nee, Deutschland soll ja Vorbild für China sein. Na, mal sehen, wann dieser Kommentar auch gesperrt wird!

Zur Entgegennahme des Nobelpreises wird Herr Xiaobo sicher nicht aus dem Lande gelassen, und seine Frau wurde auch gleich mal unter staatliche Obhut gestellt. Alleine um dieser Reaktion der chinesischen Zensur willen war es vielleicht schon wert, ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen. Durch übertriebene Reaktionen entlarven und verraten sich repressive System immer selbst. Ein untrügliches Kennzeichen ist die strafrechtliche Verfolgung und Diffamierung von Menschenrechtlern, Anwälten, und Minderheiten.

Na, immerhin haben wir jetzt 60 Jahre lang in Deutschland keine Menschen mehr vergast, und/ oder konnte uns der Mord an mehr als sechs Millionen Juden, oder waren es acht, nicht noch einmal nachgewiesen werden. Wir haben auch keinen Weltkrieg mehr angefangen. „Zurück geschossen“ haben wir erst einmal wieder seit damals, in Afghanistan. Und niemand fand das besonders witzig, hat’s gemocht oder dabei mit gemacht, einfach nur vorbildlich. Die Atombombe haben wir nicht. Viele von uns sind gegen Atomstrom. Und auf dem Korruptionsindex von Transparency International sind „wir“ die Nr. 8.

Insgesamt neidlos:

Herzlichen Glückwunsch aus Deutschland zum Nobelpreis, Herr Liu Xiaobo!

Aber deutsche Zustände möchten Sie nicht wirklich, noch nicht einmal für China! Einen detaillierten Vergleich der Forderungen der Charta 08 mit dem Ist-Zustand in Deutschland behalten wir einem späteren Artikel vor.

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