Datenklau bei Verwandt.de und MyHeritage.com

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Datenklau

Ohne die Mitglieder der dort gelisteten Familien vorher zu informieren oder gar deren Einverständnis einzuholen, wurden vor kurzem die hochvertraulichen und sensiblen privaten Daten von Verwandt.de einfach so im Rahmen eines Zusammenschlusses „mergers“ auf eine englische Gesellschaft übertragen.

Kommentar:

Nachdem das sogar von der deutschen Bundesregierung ganz unbefangen propagiert wurde, reissen beim Umgang mit Daten so langsam Sitten ein, die einen an den Anfang des Datenschutzes zurück versetzen.

Man kann Unternehmen natürlich nicht verbieten, normale „Geschäfte“ zu machen, wie ein Unternehmenszusammenschluss. Dabei muss aber ganz besonders Rücksicht genommen werden auf die extreme Sensibilität von privaten Daten.

Die Übertragung vertraulicher, fremder, privater Daten auf andere Gesellschaften ist jedenfalls so wie hier nicht zulässig und möglicherweise sogar strafrechtlich relevant.

Zu erwartendes und korrektes Vorgehen der auf diesem Gebiet Profis wäre gewesen, dass den gelisteten Mitgliedern der Familien vorab auf angemessene Art und Weise Gelegenheit geboten worden wäre, zu entscheiden, ob Sie mit der Datenweiterleitung einverstanden sind.

Jeder solle darum doppelt darüber nachdenken, diesen und ähnlichen Gesellschaften irgendwelche privaten Informationen anzuvertrauen. Auf die – rechtsgeschäftlich unabdingbaren – Rechte auf Information, Auskunft und Löschung der eigenen Daten ua. nach § 6 BDSchG wird hingewiesen.

Auf Aufforderung wurden im vorliegenden Fall allerdings die relevanten Daten durch die Gesellschaft anstandslos gelöscht. Immerhin etwas.

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